Blutroter Halsbock (Anastrangalia sanguinolenta)
Name
Blutroter Halsbock (Anastrangalia sanguinolenta)
Familie
Bockkäfer (Cerambycidae)
Körpergröße
Körperlänge ca. 10 mm
Merkmale
Der Blutrote Halsbock ist ein schlanker, langgestreckter Bockkäfer mit auffallend rot bis orangerot gefärbten Flügeldecken, die seinem Namen alle Ehre machen. Der Halsschild ist ebenfalls rötlich gefärbt, während Kopf, Fühler und Beine dunkel bis schwärzlich erscheinen. Die langen, fadenförmigen Fühler sind typisch für Bockkäfer und erreichen beim Männchen oft Körperlänge. Weibchen und Männchen unterscheiden sich leicht in der Färbung: Bei Weibchen können die Flügeldecken intensiver rot sein, während Männchen mitunter dunklere Anteile zeigen.
Lebensraum
Die Art besiedelt bevorzugt lichte Nadelwälder, Waldränder und Lichtungen, wo sowohl Totholz als auch Blütenpflanzen in ausreichender Menge vorhanden sind. Besonders in Mittelgebirgslagen ist der Blutrote Halsbock nicht selten anzutreffen. Erwachsene Käfer halten sich häufig auf Blüten auf, etwa auf Doldenblütlern oder Schafgarbe, wo sie Pollen und Nektar aufnehmen. Die Flugzeit erstreckt sich von Juni bis September.
Besonderheiten
Die Larven des Blutroten Halsbocks entwickeln sich in abgestorbenem Nadelholz, bevorzugt in Fichte und Kiefer, und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Abbau von Totholz im Ökosystem Wald. Die Larvalentwicklung dauert je nach Bedingungen ein bis mehrere Jahre. Totholzreiche Wälder sind daher eine wichtige Voraussetzung für stabile Populationen. Verwechslungen sind möglich mit anderen roten Halsbockarten der Gattung Anastrangalia oder Stictoleptura, eine genaue Bestimmung erfordert oft einen näheren Blick auf Färbungsmuster und Körperproportionen. Die Art gilt in Deutschland derzeit nicht als gefährdet, profitiert jedoch von naturnaher Waldwirtschaft mit ausreichend stehendem und liegendem Totholz.