Hasel-Fallkäfer (Cryptocephalus coryli)

Hasel-Fallkäfer Cryptocephalus coryli

Name

Hasel-Fallkäfer (Cryptocephalus coryli)

Familie

Blattkäfer (Chrysomelidae)

Körpergröße

Körperlänge ca. 7 mm

Merkmale

Der Hasel-Fallkäfer ist ein gedrungen wirkender, walzenförmiger Käfer von etwa 7 mm Länge – typisch für die Gattung Cryptocephalus, deren Vertreter oft als Fallkäfer bezeichnet werden, weil sie sich bei Störung fallen lassen. Auffällig ist der ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus im Halsschild: Bei den Weibchen ist er orange- bis rot gefärbt, bei den Männchen schwarz. Die Flügeldecken sind orange bis rotbraun gefärbt und tragen eine feine dunkle Naht; bei den Männchen können zusätzlich undeutliche dunkle Makeln im Schulter- und Scheibenbereich auftreten. Der Kopf ist weitgehend im Halsschild verborgen, was namensgebend für die Gattung ist – Cryptocephalus bedeutet wörtlich „versteckter Kopf“.

Lebensraum

Der Hasel-Fallkäfer bewohnt unterschiedliche Lebensräume mit geeigneten Laubgehölzen, darunter Waldränder, lichte Laubwälder, Moorgebiete und strukturreiche Offenlandbereiche. Er ist eng an seine Nahrungspflanzen gebunden und findet sich unter anderem an Hasel, Birke, Erle und Weide. Ein Nachweis des abgebildeten Männchens gelang im Mai 2017 im Wunstorfer Moor. Die Hauptaktivitätszeit der Imagines liegt im Frühjahr und Frühsommer, etwa von Mai bis Juli. Die Larven leben in selbst gebauten, tragbaren Larvensäckchen aus Kotmaterial und ernähren sich von pflanzlicher Nahrung, insbesondere von Blättern und Kätzchen ihrer Wirtspflanzen.

Besonderheiten

Cryptocephalus coryli gilt in Deutschland als gefährdet und wird in der Roten Liste mit RL 3 geführt. Der Rückgang der Art hängt vor allem mit dem Verlust geeigneter feuchter Biotope zusammen, insbesondere durch Entwässerung von Mooren und Intensivierung der Landnutzung. Innerhalb der artenreichen Gattung Cryptocephalus besteht eine gewisse Verwechslungsgefahr mit ähnlich gezeichneten Arten, weshalb eine genaue Bestimmung oft eine Untersuchung unter der Lupe erfordert. Das charakteristische Fallenlassen bei Beunruhigung – ein typisches Schutzverhalten der Fallkäfer – macht die Tiere trotz ihrer auffälligen Zeichnung im Gelände schwer zu beobachten.