Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata)

Kartoffelkäfer Leptinotarsa decemlineata

Name

Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata)

Familie

Blattkäfer (Chrysomelidae)

Körpergröße

Körperlänge: ca. 10 mm

Merkmale

Der Kartoffelkäfer ist ein gedrungen gebauter, oval gewölbter Käfer von etwa 10 mm Länge. Sein auffälligstes Merkmal sind die zehn schwarzen Längsstreifen auf den gelblich-orangefarbenen Deckflügeln. Der Körper ist rundlich und gewölbt, während Kopf und Halsschild orangegelb bis braun gefärbt sind.

Lebensraum

Ursprünglich lebt der Kartoffelkäfer in den trockeneren Prärieregionen Nordamerikas, wo er auf wildwachsenden Nachtschattengewächsen wie Solanum rostratum vorkommt. Mit der weltweiten Verbreitung der Kartoffel (Solanum tuberosum) als Kulturpflanze besiedelte er landwirtschaftliche Nutzflächen, Gärten und Felder in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas. Die Käfer sind von etwa Mai bis September aktiv. Die Eiablage erfolgt hauptsächlich im Juni, anschließend durchlaufen die Larven vier Entwicklungsstadien bevor sie sich im Boden verpuppen.

Besonderheiten

Der Kartoffelkäfer ist ein bedeutender landwirtschaftlicher Schädling und kann insbesondere im Kartoffelanbau erhebliche Ernteverluste verursachen. Weibchen sind außerordentlich fruchtbar und können bis zu etwa 1.200 Eier in ihrem Leben ablegen. Zur Bekämpfung werden neben chemischen Insektiziden auch biologische und andere integrierte Verfahren eingesetzt, darunter beispielsweise Präparate auf Basis des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis var. tenebrionis. Auch verschiedene natürliche Feinde können zur Regulierung der Population beitragen. Problematisch ist die rasche Entwicklung von Resistenzen gegenüber Insektiziden, die bei verschiedenen Populationen beobachtet wird. Während der Käfer im vergangenen Jahrhundert noch strengen staatlichen Bekämpfungs- und Meldepflichten unterlag, ist er heute in vielen Regionen Europas fest etabliert. Die Überwinterung erfolgt als adulter Käfer im Boden, häufig in mehreren Dezimetern Tiefe.