Punktierte Wollbiene (Anthidium punctatum)
Name
Punktierte Wollbiene (Anthidium punctatum)
Familie
Megachilidae (Blattschneiderbienen)
Körpergröße
Körperlänge 8–9 mm
Merkmale
Die Punktierte Wollbiene ist eine kleine, kompakt gebaute Wildbienenart. Wie alle Wollbienen der Gattung Anthidium zeigt sie eine charakteristische schwarz-gelbe Zeichnung mit hellen Flecken oder Binden auf dem Hinterleib. Das Abdomen ist kräftig gebaut, die Körperoberfläche dicht punktiert – daher auch der deutsche Name. Weibchen tragen die Bauchbürste (Scopa) zur Pollenernte an der Unterseite des Hinterleibs, ein typisches Merkmal der Megachilidae. Männchen sind etwas schlanker und besitzen am Hinterleibsende charakteristische Zähnchen.
Lebensraum
Die Punktierte Wollbiene besiedelt wärme- und trockenheitsgeprägte Lebensräume wie Ödland, Sandgruben, Trockenrasen und offene Sandflächen. Sie ist auf gut besonnte, vegetationsarme Bereiche mit lockerem Boden angewiesen, da sie ihre Nester im Boden unter Steinen oder in Erdlöchern anlegt. Als Nahrungspflanzen bevorzugt sie Korbblütler und Lippenblütler der Trockenstandorte. Die Flugzeit erstreckt sich von Juni bis August, wobei erste Exemplare gelegentlich bereits im Mai beobachtet werden können, wie ein Fund bei der Sandgrube in Poggenhagen im Mai 2012 belegt.
Besonderheiten
Das namensgebende Verhalten der Wollbienen ist bemerkenswert: Die Weibchen schaben mit ihren Mundwerkzeugen die weiche Pflanzenwolle – etwa von Wollkräutern oder Ziest – ab und formen daraus unter Zugabe von Speichel eine filzartige Brutzelle. Diese wird mit Pollen und Nektar befüllt und anschließend versiegelt. Die Punktierte Wollbiene gilt als ausgesprochen selten und ist stark gefährdet. In der Roten Liste Niedersachsens wird sie im Tiefland als RL 1 – vom Aussterben bedroht – eingestuft. Hauptursachen sind der Verlust offener Sandlebensräume durch Sukzession, Bebauung und fehlende Pflegeeingriffe. Schutzmaßnahmen für Sandmagerrasen und Offenbodenbiotope sind daher essenziell für das Überleben dieser Art in Mitteleuropa.