Wespenbiene (Nomada spec.)
Name
Wespenbiene (Nomada spec.)
Familie
Apidae (Echte Bienen)
Körpergröße
6–15 mm (je nach Art)
Merkmale
Wespenbienen sind schlanke, oft auffällig gemusterte Wildbienen, die mit ihrer gelb-schwarz oder rot-schwarz gebänderten Färbung verblüffend an kleine Wespen erinnern – daher ihr treffender Name. Im Gegensatz zu vielen anderen Bienen tragen sie kaum Körperbehaarung, weshalb sie auch keine Pollen-Sammelstrukturen (Scopa) besitzen. Die einzelnen Arten der artenreichen Gattung Nomada sind selbst für Experten oft nur durch mikroskopische Merkmale sicher zu unterscheiden.
Lebensraum
Wespenbienen sind nahezu überall dort anzutreffen, wo ihre jeweiligen Wirtsbienen vorkommen: in Gärten, auf Wiesen, Ackerrändern, in Sandgebieten und an Waldrändern. Als Kuckucksbienen sind sie nicht an bestimmte Pflanzen gebunden, besuchen aber gelegentlich Blüten zur eigenen Nektaraufnahme. Die Flugzeit erstreckt sich je nach Art von März bis September, wobei viele Arten im Frühjahr (April–Juni) ihren Höhepunkt haben, zeitlich abgestimmt auf die Aktivität ihrer Wirte.
Besonderheiten
Wespenbienen sind sogenannte Kuckucksbienen oder Kleptoparasiten: Die Weibchen schleichen sich in die Nester anderer Wildbienen – häufig Sandbienen der Gattung Andrena – und legen ihre Eier unbemerkt in fremde Brutzellen. Die schlüpfende Larve tötet zunächst das Ei oder die Larve des Wirtes und verzehrt anschließend den eingetragenen Nahrungsvorrat. Da Wespenbienen keine eigenen Nester bauen und keinen Pollen sammeln müssen, sind die Weibchen oft auffällig wenig behaart. Die Gattung Nomada ist mit über 700 weltweit bekannten Arten äußerst artenreich; allein in Mitteleuropa kommen mehrere Dutzend Arten vor, was eine sichere Bestimmung ohne Spezialkenntnisse nahezu unmöglich macht.