Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius)
Name
Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius)
Familie
Colletidae (Seidenbienen)
Körpergröße
Körperlänge 11–14 mm
Merkmale
Die Frühlings-Seidenbiene gehört zu den größeren Vertretern der Gattung Colletes. Der Körper ist kräftig gebaut und dicht behaart. Die Weibchen tragen eine ausgeprägte, hell-gelblichbraune Behaarung an Thorax und den vorderen Hinterleibssegmenten, die hellen Haarbinden auf dem Abdomen sind charakteristisch für die Gattung. Männchen sind etwas schlanker und zeigen eine hellere, gelbliche Gesichtsbehaarung. Der Hinterleib weist deutliche helle Bänder auf dunklem Grund auf. Wie alle Seidenbienen besitzen die Weibchen eine gespaltene Zungenspitze (Merkmal der Familie Colletidae), mit der sie ihre Brutzellen mit einer seidenartigen, wasserabweisenden Substanz auskleiden.
Lebensraum
Die Frühlings-Seidenbiene besiedelt offene, sandige und besonnte Flächen mit lockerem, grabfähigem Substrat. Typische Lebensräume sind Kies- und Sandgruben, Flussauen, Dünen sowie sandige Wegränder und Böschungen. Die Art gilt als Charakterart strukturreicher Sandlebensräume. Als eine der ersten Wildbienen des Jahres ist sie bereits ab März aktiv; die Flugzeit erstreckt sich von März bis Mai, mit einem Schwerpunkt im April, wenn Weidenkätzchen als wichtige Pollenquelle reichlich blühen.
Besonderheiten
Die Frühlings-Seidenbiene ist eine solitär lebende Wildbienenart und zugleich eine der frühesten Frühjahrsfliegenden Bienen Mitteleuropas. Die Weibchen graben eigenständig Niströhren im lockeren Sand, in denen sie Brutzellen anlegen, diese mit einem selbst produzierten, seidenartigen Sekret auskleiden und mit einem Pollen-Nektar-Gemisch als Larvenproviant befüllen. Die Larven entwickeln sich bis zur Verpuppung in diesen Zellen und verlassen die Brutkammer erst im darauffolgenden Frühjahr. Die Art tritt häufig in großen Aggregationen auf – an geeigneten Sandstandorten können Hunderte von Nestern dicht nebeneinander angelegt werden. Als wichtige Pollensammlerin an Weidenkätzchen (Salix spp.) ist ihr alternativer Name Weiden-Seidenbiene treffend. Durch den Rückgang geeigneter Sandlebensräume ist die Art regional gefährdet.