Rainfarn-Seidenbiene (Colletes cf. similis)
Name
Rainfarn-Seidenbiene (Colletes similis)
Familie
Colletidae (Seidenbienen)
Körpergröße
10–13 mm Körperlänge
Merkmale
Die Rainfarn-Seidenbiene ist eine mittelgroße Wildbiene mit dem für Seidenbienen typischen, dicht und hell behaarten Körper. Der Thorax ist rostbraun bis gelblich behaart, der Hinterleib zeigt ausgeprägte helle Filzbinden an den Tergiträndern, die dem Tier ein gebändertes Aussehen verleihen. Der Kopf ist breit, das Gesicht dicht hell bewimpert. Die Bestimmung innerhalb der artenreichen Gattung Colletes ist schwierig – besonders Männchen sind kaum sicher zu unterscheiden. Weibchen lassen sich durch Körperbau und Blütenpräferenzen etwas besser eingrenzen.
Lebensraum
Die Rainfarn-Seidenbiene bevorzugt trockenwarme, sonnenexponierte Standorte wie Sandgruben, Trockenhänge, Abbruchkanten und Magerrasen. Die Weibchen graben ihre Nester in vegetationsarme, lockere Böden – bevorzugt an Steilwänden oder offenen Bodenstellen. Das vorliegende Weibchen wurde im Juni 2014 an der Sandgrube im Hohen Holz bei Wunstorf beobachtet. Die Flugzeit erstreckt sich in der Regel von Juni bis August, mit einem Schwerpunkt im Hochsommer.
Besonderheiten
Wie alle Seidenbienen kleidet Colletes similis ihre Brutzellen mit einer seidigen, zellophanartigen Substanz aus, die von Drüsen im Hinterleib produziert wird – daher der Gattungsname. Diese Auskleidung schützt den Pollen-Vorrat und die Larven vor Feuchtigkeit. Die Art zeigt eine gewisse Spezialisierung auf Korbblütler (Asteraceae), darunter Rainfarn (Tanacetum vulgare), was ihren deutschen Namen erklärt. Als Bewohnerin offener Sandlebensräume ist sie auf das Vorhandensein geeigneter Neststandorte angewiesen und gilt in manchen Regionen als gefährdet. Verwechslungen mit ähnlichen Colletes-Arten wie Colletes daviesanus oder Colletes fodiens sind ohne mikroskopische Untersuchung kaum auszuschließen.