Große Wollbiene (Anthidium manicatum)

Große Wollbiene Anthidium manicatum

Name

Große Wollbiene (Anthidium manicatum)

Familie

Megachilidae (Blattschneiderbienen)

Körpergröße

Weibchen 11–13 mm, Männchen 13–18 mm

Merkmale

Die Große Wollbiene ist eine auffällig gezeichnete Wildbienenart mit schwarz-gelbem Muster am Hinterleib, das an eine Wespe erinnern kann. Charakteristisch sind die gelben Fleckenreihen auf den Tergiten. Ein unverwechselbares Merkmal der Männchen sind drei zahnartige Fortsätze am letzten Hinterleibssegment, mit denen sie Rivalen aus ihren Revieren vertreiben. Männchen sind mit 13–18 mm deutlich größer als die Weibchen (11–13 mm) – eine bei Bienen eher ungewöhnliche Größenumkehr.

Lebensraum

Die Große Wollbiene besiedelt vielfältige Lebensräume: Waldränder, Brachflächen, Magerrasen, Lehmgruben sowie Siedlungsgebiete und Gärten. Sie nistet in vorhandenen Hohlräumen wie Erdhöhlen, Holzlöchern oder Mauerspalten und polstert ihre Brutzellen mit wolligen Pflanzenhaaren aus, die sie mit ihren Beinen von Wollpflanzen wie Wollziest oder Königskerze abkratzt. Die Flugzeit erstreckt sich von Juni bis September.

Besonderheiten

Die Große Wollbiene, auch Garten-Wollbiene genannt, zeigt ein bemerkenswertes Territorialverhalten: Männchen bewachen blütenreiche Reviere und paaren sich mit mehreren Weibchen. Sie sammeln Pollen nicht mit Höschen an den Hinterbeinen, sondern mit einer Bauchbürste (Scopa). Die Art ist in Europa heimisch und weit verbreitet sowie weitgehend ungefährdet. In Nordamerika wurde sie hingegen vom Menschen eingeschleppt und gilt dort inzwischen als Neozoon. Als wichtige Bestäuberin ist sie in naturnahen Gärten mit Wildpflanzen sehr willkommen.