Gemeine Trauerbiene (Melecta albifrons)

Gemeine Trauerbiene Melecta albifrons

Name

Gemeine Trauerbiene (Melecta albifrons)

Familie

Apidae

Körpergröße

12–17 mm (Körperlänge)

Merkmale

Die Gemeine Trauerbiene ist eine mittelgroße Wildbienenart mit auffälliger, überwiegend schwarzer Färbung. Besonders charakteristisch sind die weißen bis gelblich-weißen Haarflecken an Kopf, Brust und Hinterleib, die einen deutlichen Kontrast zum dunklen Körper bilden. Ihre Flügel sind durchsichtig und leicht bräunlich gefärbt. Im Gegensatz zu vielen anderen Wildbienen besitzt sie keine Pollenhöschen, da sie als Kuckucksbiene ihre Nahrung nicht selbst für die Brut sammelt.

Lebensraum

Die Gemeine Trauerbiene besiedelt vor allem offene und halboffene Landschaften mit lockerem, grabfähigem Untergrund, da sie eng an die Nester ihrer Wirte gebunden ist. Typische Lebensräume sind Sandgruben, Lehmgruben, Böschungen, steilwandige Flussufer sowie Waldränder. Solche Strukturen bieten den Wirtsarten ideale Nestbedingungen und damit auch der Trauerbiene geeignete Standorte. Die Flugzeit erstreckt sich von März bis Juni, mit einem Schwerpunkt im Frühjahr, wenn die Wirtsarten aktiv sind.

Besonderheiten

Die Gemeine Trauerbiene ist ein sogenannter Kleptoparasit: Sie legt ihre Eier in die Nester von Pelzbienen, insbesondere von Anthophora plumipes, Anthophora plagiata und Anthophora fulvitarsis. Die schlüpfende Larve tötet die Wirtslarve und verzehrt anschließend deren Futtervorrat. Da die Art vollständig auf diese Wirte angewiesen ist, ist ihr Vorkommen direkt an das Vorkommen der Pelzbienen geknüpft – ein enger ökologischer Zusammenhang, der sie besonders anfällig für den Rückgang ihrer Wirtsarten macht. In der veralteten Roten Liste Niedersachsens wurde Melecta albifrons mit RL 3 (gefährdet) eingestuft. Verwechslungen sind möglich mit anderen Trauerbienen-Arten wie Melecta luctuosa, die jedoch seltener und regional stärker begrenzt vorkommt.