Ratzeburgs Landassel (Trachelipus ratzeburgii)

Trachelipus ratzeburgii Merkmale

Name

Ratzeburgs Landassel (Trachelipus ratzeburgii)

Familie

Trachelipodidae

Körpergröße

ca. 10–14 mm Körperlänge

Merkmale

Trachelipus ratzeburgii zeigt die für die Gattung Trachelipus typischen hellen Fleckenreihen auf dem Rücken, die sich kontrastreich von der dunkleren Grundfärbung abheben. Besonders charakteristisch sind die ausgezogenen Seitenränder der Tergite (Rückenschilder), die bei dieser Art mehr oder weniger stark orange gefärbt sind – ein zuverlässiges Bestimmungsmerkmal gegenüber ähnlichen Arten der Gattung. Der Körper ist wie bei allen Landasseln oval und deutlich segmentiert, die Oberfläche wirkt leicht körnig strukturiert.

Lebensraum

Die Art besiedelt bevorzugt Waldränder sowie Laub- und Mischwälder mit reichlich Totholz, Moos und Steinen als Versteckmöglichkeiten. Typische Mikrohabitate sind die Rinde morscher Baumstümpfe, Moospolster, Totholz-Stubben und die Unterseite von Steinen. Im niedersächsischen Flachland gilt die Art als eher selten. Wie die meisten Landasseln ist Trachelipus ratzeburgii ganzjährig aktiv, bei milder Witterung auch im Winter; die Hauptaktivitätszeit liegt zwischen Frühjahr und Herbst (März bis Oktober).

Besonderheiten

Trachelipus ratzeburgii ernährt sich als Zersetzer von verrottenden Pflanzenteilen, Totholz und Pilzen und spielt damit eine wichtige Rolle im Nährstoffkreislauf des Waldbodens. Die Art ist nachtaktiv und meidet Austrocknung, weshalb sie tagsüber in feuchten Verstecken bleibt. Im Gegensatz zu echten Rollasseln (Armadillidium) kann sie sich nicht vollständig einrollen. Verwechslungen sind vor allem mit Trachelipus rathkii möglich, der jedoch weniger ausgeprägte Orangefärbung an den Tergiträndern aufweist. Über die genaue Verbreitung und Bestandssituation in Deutschland liegen nur lückenhafte Daten vor; regionale Seltenheit deutet auf spezifische Habitatansprüche hin.