Wasserassel (Asellus aquaticus)
Name
Wasserassel (Asellus aquaticus)
Familie
Asellidae
Körpergröße
Körperlänge 8–20 mm
Merkmale
Die Wasserassel ist ein kleines Krebstier mit einem abgeflachten, ovalen Körper, der aus deutlich erkennbaren, gegliederten Segmenten aufgebaut ist. Die Färbung reicht von graubraun bis grünlich-grau, was eine gute Tarnung auf schlammigem Untergrund ermöglicht. Charakteristisch sind die sieben Beinpaare, die gleichmäßig entlang des Rumpfes angeordnet sind, sowie die langen Antennen am Kopf. Das Weibchen trägt die Eier in einem Brutbeutel am Bauch, was für Asseln typisch ist. Die Oberfläche des Körpers wirkt leicht rau und strukturiert.
Lebensraum
Die Wasserassel besiedelt ganzjährig stehende oder langsam fließende, nährstoffreiche Süßgewässer wie Teiche, Tümpel, Gräben, Bäche und Seeufer. Sie bevorzugt flache, pflanzenreiche Bereiche mit reichlich organischem Material am Gewässerboden. Besonders häufig findet man sie unter Steinen, zwischen Wasserpflanzen und in schlammigen Sedimenten. Die Art ist das gesamte Jahr über aktiv und zeigt keine ausgeprägte Ruhephase – Erscheinungszeit: ganzjährig.
Besonderheiten
Die Wasserassel ist ein wichtiger Zersetzer im Ökosystem Gewässer: Sie ernährt sich von Algen, Bakterien und abgestorbenen Pflanzenresten und trägt so zum Nährstoffkreislauf bei. Bemerkenswert ist ihre Trockenheitstoleranz – trocknet das Gewässer vorübergehend aus, kann sie sich in den feuchten Gewässerboden zurückziehen und dort eine Austrocknungsphase überstehen. Als Bioindikator ist Asellus aquaticus besonders wertvoll: Ihr Vorkommen kann auf organisch belastete und stärker verschmutzte Gewässer hinweisen. Das Vorkommen der Art in Wasserleitungen ist dagegen kein verlässlicher Hinweis auf eine erhöhte organische Verschmutzung, da sie auch in Trinkwasser-Verteilungssystemen vorkommen und sich dort von organischem Material in Ablagerungen ernähren kann. In der biologischen Gewässerbewertung wird die Wasserassel als Indikator für mesosaprobe bis stärker belastete Verhältnisse verwendet. Fressfeinde sind Fische, Wasserinsektenlarven und Amphibienlarven.