Gehörnte Kreuzspinne (Araneus cf. angulatus)

Die Gehörnte Kreuzspinne bevorzugt lichte Waldstrukturen

Name

Gehörnte Kreuzspinne (Araneus angulatus)

Familie

Araneidae (Echte Radnetzspinnen)

Körpergröße

Weibchen 14–17 mm, Männchen 10–13 mm Körperlänge

Merkmale

Das auffälligste Merkmal der Gehörnten Kreuzspinne sind die charakteristischen stumpfen Höcker an den vorderen Seitenecken des Hinterleibs, die der Art ihren deutschen Namen verleihen. Der Hinterleib ist rundlich und kräftig gebaut, die Grundfärbung variiert von graubraun bis gelblich-braun mit einem hellen, oft blattförmigen Mittelmuster auf der Oberseite. Ein deutlich sichtbares, weißes Kreuzzeichenmuster fehlt dieser Art im Gegensatz zu vielen anderen Kreuzspinnen meist gänzlich oder ist nur sehr schwach angedeutet. Die Beine sind deutlich gebändert. Weibchen sind merklich größer als Männchen.

Lebensraum

Die Gehörnte Kreuzspinne besiedelt bevorzugt lichte Waldstrukturen wie Nadelwälder, Waldränder und Lichtungen, wo sie ihr Radnetz meist in größerer Höhe zwischen Ästen und Zweigen aufspannt. Sie gilt als typische Waldart und meidet offene, gehölzfreie Landschaften. Gelegentlich findet man sie auch in strukturreichen Mischwäldern. Erwachsene Tiere sind vor allem im Frühjahr und Frühsommer anzutreffen – Männchen typischerweise ab Mai bis Juli, Weibchen etwas länger bis in den August.

Besonderheiten

Araneus angulatus gilt in Deutschland als gefährdete Art und ist auf der Roten Liste verzeichnet, da lichte, naturnahe Waldstrukturen durch forstliche Intensivnutzung zunehmend verschwinden. Die Art kann leicht mit anderen Kreuzspinnen verwechselt werden, insbesondere mit der häufigeren Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus), jedoch sind die markanten Hinterleibshöcker ein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal. Das im Text dokumentierte Männchen wurde im Juni 2017 im Luther Forst nachgewiesen. Araneus angulatus baut ein klassisches, senkrecht ausgerichtetes Radnetz und wartet tagsüber meist gut getarnt in einer nahe gelegenen Blattröhre auf Beute.