Gestreckte Laufspinne (Tibellus cf. oblongus)
Name
Gestreckte Laufspinne (Tibellus oblongus)
Familie
Philodromidae (Laufspinnen)
Körpergröße
Weibchen 7–10 mm, Männchen 6–8 mm Körperlänge
Merkmale
Tibellus oblongus ist eine schlanke, langgestreckte Spinne mit auffällig schmalem, zylindrischem Hinterleib – ein Merkmal, das die Gattung Tibellus von anderen Spinnen deutlich unterscheidet. Die Grundfärbung ist gelblich-braun bis strohfarben, mit einem charakteristischen hellen Längsstreifen auf dem Rücken, der von zwei feineren dunklen Linien flankiert wird. Die Beine sind lang und kräftig, was der Art ihren Namen als Laufspinne einbringt. Die Augen sind in zwei Reihen angeordnet. Eine sichere Unterscheidung von der sehr ähnlichen Tibellus maritimus gelingt nur durch mikroskopische Genitaluntersuchung.
Lebensraum
Die Gestreckte Laufspinne besiedelt offene, sonnige und häufig feuchte Lebensräume. Typische Biotope sind Feuchtwiesen, Ufer von Gewässern, Heideflächen und sonnige Lichtungen in Waldrandnähe. Die Art hält sich bevorzugt in der Krautschicht und im hohen Gras auf, wo sie sich mit ihrer gestreckten Körperform und ihrer Tarnfärbung hervorragend an Grashalme anschmiegt. Adulte Tiere sind von Juni bis September anzutreffen.
Besonderheiten
Tibellus oblongus baut kein Fangnetz, sondern ist eine aktive Jägerin, die Beute durch schnellen Zugriff überwältigt. Typisch für die Art ist eine charakteristische Ruhestellung: Sie streckt sich längs an einem Grashalm aus und presst die Beine eng an den Körper, was sie nahezu unsichtbar macht – eine bemerkenswerte Tarntaktik. Die Art gilt in Mitteleuropa als weit verbreitet, ist jedoch durch den Rückgang von Feuchtwiesen und naturnahen Uferstreifen regional unter Druck geraten. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Tibellus maritimus, die ähnliche Lebensräume besiedelt; eine verlässliche Bestimmung erfordert zwingend eine Genitaluntersuchung unter dem Mikroskop.