Sumpf-Sackspinne (Clubiona cf. reclusa)

Die Sumpf-Sackspinne findet man im Uferbereich von Gewässern

Name

Sumpf-Sackspinne (Clubiona reclusa)

Familie

Sackspinnen (Clubionidae)

Körpergröße

Weibchen 6–9 mm Körperlänge

Merkmale

Die Sumpf-Sackspinne ist eine mittelgroße, schlank gebaute Spinne mit einem einheitlich hellbraun bis ockerfarbenen Körper. Der Vorderkörper (Prosoma) ist glatt und zeigt oft einen leicht dunkleren Mittelstreifen, während der Hinterleib (Opisthosoma) matter und weicher behaart wirkt. Die acht Augen sind in zwei geraden Reihen angeordnet – ein typisches Merkmal der Gattung Clubiona. Die Beine sind kräftig und ebenfalls einfarbig bräunlich, ohne auffällige Bänderung. Eine sichere Artbestimmung innerhalb der artenreichen Gattung Clubiona erfordert häufig die mikroskopische Untersuchung der Genitalstrukturen, weshalb im Funddatensatz das Kürzel „cf.

Lebensraum

Die Sumpf-Sackspinne besiedelt bevorzugt feuchte bis nasse Lebensräume: Sumpfbiotope, Feuchtwiesen, Röhrichte sowie die Ufer- und Ufersaumzonen von Bächen, Flüssen und Stillgewässern. Auch auf feuchten Waldlichtungen ist sie anzutreffen – so wurde dieses weibliche Exemplar im September 2017 im Grinderwald gefunden. Adulte Tiere können je nach Witterung von Frühjahr bis Herbst (etwa April bis Oktober) beobachtet werden, wobei die Hauptaktivität in den Sommermonaten liegt.

Besonderheiten

Als nachtaktive Jägerin legt die Sumpf-Sackspinne kein Fangnetz an, sondern pirscht sich aktiv an Insekten und andere Gliederfüßer heran. Tagsüber zieht sie sich in einen selbst gesponnenen Schlupfwinkel – den namensgebenden Gespinstsack – zurück, den sie unter Pflanzenblättern, in Grasscheiden oder in Bodennähe befestigt. Weibchen nutzen diesen Sack auch als Eikokon zum Schutz des Geleges, den sie aktiv bewachen. Die Gattung Clubiona ist mit über 30 Arten in Mitteleuropa vertreten und gilt als taxonomisch anspruchsvoll; Verwechslungen innerhalb der Gattung sind häufig. Über die Gefährdung von Clubiona reclusa speziell liegen für Deutschland wenige Daten vor; feuchte Lebensräume sind jedoch generell durch Entwässerung und Habitatverlust bedroht.