Weberknecht Leiobunum rotundum
Name
Leiobunum rotundum
Familie
Sclerosomatidae
Körpergröße
Weibchen bis ca. 7 mm, Männchen bis ca. 4 mm Körperlänge; Beinspannweite bis zu 50 mm
Merkmale
Leiobunum rotundum besitzt einen rundlich-ovalen, kompakten Körper, der der Art ihren Namen verleiht. Der Rücken ist beim Weibchen bräunlich bis rötlichbraun gefärbt, oft mit einem dunkleren Sattelfleck in der Körpermitte. Männchen sind deutlich kleiner und wirken insgesamt schlanker. Charakteristisch für die Gattung Leiobunum sind die extrem langen, dünnen Laufbeine, die ein Vielfaches der Körperlänge erreichen können. Die Augen sitzen, typisch für Weberknechte, auf einem erhöhten Augenhügel in der Körpermitte. Anders als Spinnen besitzen Weberknechte keinen abgesetzten Hinterleib – Vorder- und Hinterkörper sind breit miteinander verwachsen.
Lebensraum
Die Art bewohnt strukturreiche Lebensräume wie Waldränder, Hecken-Biotope, lichte Wälder und Gärten. Sie bevorzugt feuchte bis halbschattige Bereiche mit ausreichend Versteckmöglichkeiten in der Vegetation oder unter Rinde und Totholz. Adulte Tiere sind von Juni bis November anzutreffen, wobei der Höhepunkt der Aktivität in den Sommermonaten Juli bis September liegt. Im Winter sterben die Adulttiere ab; die Art überwintert im Eistadium.
Besonderheiten
Leiobunum rotundum ist nachtaktiv und geht in der Dämmerung sowie nachts auf Jagd. Die Tiere ernähren sich von kleinen Gliederfüßern, nehmen aber auch tote organische Substanz auf und gelten damit als Generalisten unter den Räubern. Weberknechte sind keine Spinnen, sondern bilden eine eigene Ordnung (Opiliones) innerhalb der Spinnentiere – sie produzieren weder Seide noch Gift. Bei Bedrohung können sie Beine autotomieren, also abwerfen, um Fressfeinden zu entkommen. Als Verwechslungsart gilt vor allem Leiobunum blackwalli, das sich durch die Färbung und Details der Genitalstrukturen unterscheidet. Eine sichere Artbestimmung erfordert oft die genaue Betrachtung des Körpermusters und gegebenenfalls die mikroskopische Untersuchung.