Weberknecht Dicranopalpus ramosus

Dicranopalpus ramosus lebt an Waldrändern oder im Siedlungsgebiet

Name

Dicranopalpus ramosus

Familie

Phalangiidae

Körpergröße

Weibchen bis ca. 7 mm Körperlänge, Beinspannweite bis zu 8 cm

Merkmale

Dicranopalpus ramosus ist ein mittelgroßer Weberknecht mit einem rundlich-ovalen, graubraunen bis rötlichbraunen Körper, der oft eine dunklere Rückenlängszeichnung aufweist. Besonders auffällig sind die für die Gattung namensgebenden gegabelten Pedipalpen (Taster), die ihn von den meisten anderen heimischen Weberknechten deutlich unterscheiden. Die acht langen, fadenförmigen Beine sind typisch für Weberknechte; eine Körpertrennung in Vorder- und Hinterleib wie bei Spinnen ist nicht sichtbar. Weibchen sind in der Regel etwas größer und gedrungener als Männchen.

Lebensraum

Die Art besiedelt bevorzugt strukturreiche Lebensräume wie Hecken-Biotope, Waldränder und Siedlungsbereiche. Man findet die Tiere häufig an Mauern, auf Baumstämmen und im Gebüsch, wo sie oft in charakteristischer Ruhestellung mit seitlich ausgestreckten Beinen sitzen. Die Erscheinungszeit der adulten Tiere erstreckt sich von August bis November, mit einem Schwerpunkt im Herbst.

Besonderheiten

Dicranopalpus ramosus stammt ursprünglich aus Nordafrika und hat sich von dort aus über die Iberische Halbinsel und Westeuropa verbreitet. In Deutschland wurde die Art erst seit den 1990er Jahren verstärkt nachgewiesen und gilt heute als etablierter Neozoon. Die Ausbreitung erfolgte bemerkenswert rasch. Wie alle Weberknechte ist auch diese Art kein Webspinne im engeren Sinne – sie produziert keine Seide und baut keine Netze. Weberknechte besitzen zudem nur ein einfaches Augenpaar und keine Giftdrüsen. Dicranopalpus ramosus fällt im Feld besonders durch seine typische Ruhepose auf: Die langen Beine werden flach zur Seite gestreckt, was ihn wie festgeklebt an Rinde oder Mauer wirken lässt. Verwechslungen sind am ehesten mit anderen Phalangiidae möglich, die gegabelten Pedipalpen sind jedoch ein zuverlässiges Bestimmungsmerkmal.