Apenninenkanker (Opilio canestrinii)

Opilio canestrinii findet man im Hecken-Biotop

Name

Apenninenkanker (Opilio canestrinii)

Familie

Phalangiidae

Körpergröße

Körperlänge bis ca. 6 mm

Merkmale

Der Apenninenkanker ist ein mittelgroßer Weberknecht mit einem typisch ovalen, kompakten Körper. Die Grundfärbung des Rückens ist bräunlich bis graubraun mit einem dunkleren, oft kontrastreichen Sattelfleck entlang der Mittellinie des Hinterleibs. Die Beine sind lang und dünn, wie für Weberknechte charakteristisch. Weibchen sind in der Regel etwas größer und gedrungener als Männchen. Wie alle Weberknechte besitzt auch diese Art nur zwei Augen, die auf einem kleinen Augenhügel (Ocularium) in der Körpermitte sitzen. Ein weiteres typisches Merkmal ist das Fehlen einer Taille zwischen Vorderkörper und Hinterleib – Weberknechte wirken dadurch kompakter als echte Spinnen.

Lebensraum

Der Apenninenkanker bewohnt strukturreiche Lebensräume wie Hecken, Waldränder, Wiesen und Siedlungsbereiche, wo er an Vegetation, Zäunen, Mauern und im bodennahen Bereich anzutreffen ist. Ursprünglich aus Südeuropa stammend, hat er sich in den letzten Jahrzehnten weit nach Mittel- und Nordeuropa ausgebreitet und gilt heute als etablierte Neozoen-Art. Erwachsene Tiere sind vor allem von Spätsommer bis in den Herbst hinein aktiv, typischerweise von August bis Oktober/November.

Besonderheiten

Anders als Spinnen bauen Weberknechte keine Fangnetze. Der Apenninenkanker ist ein aktiver Jäger und Aasfresser zugleich – neben lebenden Kleinarthropoden nimmt er auch tote Insekten an, was ihn ernährungsökologisch flexibel macht. Weberknechte sind keine Spinnen, sondern bilden eine eigene Ordnung (Opiliones) innerhalb der Spinnentiere. Sie produzieren keine Seide und sind für den Menschen völlig harmlos. Die Ausbreitung von Opilio canestrinii in Mitteleuropa wird mit dem Klimawandel und dem Gütertransport in Verbindung gebracht. Verwechslungen sind möglich mit dem einheimischen Gemeine Kanker (Opilio parietinus), der jedoch etwas anders gemustert ist.