Gelbbauchunke (Bombina variegata)
Name
Gelbbauchunke (Bombina variegata)
Familie
Bombinatoridae (Unken)
Körpergröße
3,5–5 cm Körperlänge
Merkmale
Die Gelbbauchunke ist eine kleine, gedrungen wirkende Kröte mit einer warzig-rauen Oberseite in graubrauner bis olivbrauner Färbung. Ihr auffälligstes Merkmal ist die leuchtend gelb-orange gemusterte Bauchseite mit unregelmäßigen schwarzen Flecken – ein deutliches Warnmuster, das auf ihre Giftigkeit hinweist. Die Pupillen sind herzförmig, was sie von den meisten anderen heimischen Amphibien klar unterscheidet. Im Vergleich zur nah verwandten Rotbauchunke (Bombina bombina) ist die Bauchzeichnung gelb statt rot-orange und der Körperbau etwas kompakter.
Lebensraum
Die Gelbbauchunke besiedelt bevorzugt die höheren Lagen der Mittelgebirge, wo sie strukturreiche Landschaften mit flachen, besonnten und vegetationsarmen Kleingewässern aufsucht. Typische Laichgewässer sind temporäre Pfützen, Wagenspuren, flache Tümpel sowie Sekundärlebensräume wie Steinbrüche, Kies- und Sandgruben. Die Art ist tagaktiv und von April bis September zu beobachten, wobei die Hauptlaichzeit von Mai bis August reicht. In dieser Zeit ist der charakteristische, melodische Ruf der Männchen – ein weiches, repetitives „uh-uh-uh" zu hören.
Besonderheiten
Bei Bedrohung zeigt die Gelbbauchunke das sogenannte Unkenreflex-Verhalten: Sie krümmt Kopf und Gliedmaßen nach oben, um die leuchtende Bauchseite zu präsentieren und Fressfeinde zu warnen. Ihre Hautdrüsen sondern schwach giftige Sekrete ab. Die Art steht in Deutschland auf der Roten Liste und gilt als gefährdet, europaweit ist sie durch die FFH-Richtlinie (Anhänge II und IV) streng geschützt. Hauptbedrohung ist der Verlust geeigneter Pionierlebensräume durch Sukzession und Trockenlegung. Einzelne Tiere können über 10 Jahre alt werden.