Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)
Name
Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)
Familie
Scheibenzüngler (Discoglossidae)
Körpergröße
3,5–5 cm Körperlänge
Merkmale
Die Geburtshelferkröte ist eine relativ kleine, gedrungen wirkende Kröte mit einer warzigen, graubraunen bis olivfarbenen Oberseite, die oft dunkle Flecken trägt. Die Unterseite ist hell und fein dunkel gesprenkelt. Auffällig sind die großen, goldgelb glänzenden Augen mit senkrechter Schlitzpupille, die sie von anderen heimischen Krötenarten deutlich unterscheiden. Die Hinterbeine sind kürzer als bei vielen Verwandten, was der Art ein eher rundliches Erscheinungsbild verleiht. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden, wobei Weibchen im Schnitt etwas größer werden.
Lebensraum
Die Geburtshelferkröte besiedelt strukturreiche, oft trockene bis halbtrockene Lebensräume mit lockeren, grabbaren Böden: Steinbrüche, Mergelgruben, Abbaustellen, Weinberge, Wald- und Wegränder sowie Gärten in hügeliger Lage. Das hier dokumentierte Exemplar stammt aus der Mergelgrube bei Kolenfeld (Fund: Juli 2009). Zur Fortpflanzung werden flache, besonnte Kleingewässer in der Nähe aufgesucht. Die Art ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Die Hauptaktivitätszeit liegt von März bis Oktober, wobei Rufe der Männchen bereits ab März zu hören sind.
Besonderheiten
Die Geburtshelferkröte ist die einzige heimische Krötenart mit ausgeprägtem Brutpflegeverhalten: Das Männchen wickelt sich die Laichschnüre nach der Paarung um die Hinterbeine und trägt sie bis zur Schlupfreife mit sich – die Art ist daher auch unter dem Namen „Fesslerkröte" bekannt.