Erdkröte (Bufo bufo Komplex)

In der Dämmerung geht die Erdkröte auf die Jagd nach Insekten

Name

Erdkröte (Bufo bufo Komplex)

Familie

Bufonidae (Echte Kröten)

Körpergröße

Weibchen bis 15 cm, Männchen bis 11 cm Körperlänge

Merkmale

Die Erdkröte ist eine gedrungen gebaute, stämmige Amphibienart mit warzig-höckeriger Haut. Die Oberseite variiert von erdbraun über graubraun bis rötlich-braun, was eine gute Tarnung im Laub und auf dem Boden bietet. Die Unterseite ist heller und oft grau-weißlich gefleckt. Auffällig sind die kupfer- bis rotgoldenen Augen mit waagerechter Schlitzpupille. Hinter den Augen befinden sich deutlich erkennbare Ohrdrüsen (Parotiden), die ein milchiges Abwehrsekret absondern. Weibchen sind deutlich größer und massiger als Männchen. Die Hinterbeine sind kürzer als bei Fröschen, weshalb Erdkröten sich meist kriechend fortbewegen statt zu springen.

Lebensraum

Die Erdkröte ist eine der anpassungsfähigsten heimischen Amphibienarten und besiedelt ein breites Spektrum an Lebensräumen: Laubwälder, Mischwälder, Wiesen, Heckenlandschaften, Steinbrüche und naturnahe Gärten. Tagsüber verbirgt sie sich unter Steinen, Wurzeln oder in Erdspalten. Zur Fortpflanzung sucht sie stehende Gewässer wie Teiche, Weiher oder ruhige Flussabschnitte auf. Die Laichzeit liegt je nach Witterung zwischen Februar und April. Außerhalb der Laichsaison lebt die Erdkröte weitgehend terrestrisch. Die Erscheinungszeit reicht von Februar bis Oktober, bevor die Tiere zur Winterruhe in frostfreie Verstecke wechseln.

Besonderheiten

Die Erdkröte ist dämmerungs- und nachtaktiv und geht dann auf Jagd nach Spinnen, Insekten, Würmern und anderen Gliederfüßern, die sie mit ihrer klebrigen Zunge fängt. Das Abwehrsekret der Parotiden (Bufadienolide) ist für viele Fressfeinde ungenießbar, schützt aber nicht vor allen Räubern – Igel, Ringelnatter und Bussard fressen Erdkröten trotzdem. Auf dem Weg zum Laichgewässer legen Erdkröten teils mehrere Kilometer zurück und nutzen dabei dieselben Wanderrouten über viele Jahre. An Krötenwanderungen nehmen häufig mehr Männchen als Weibchen teil, weshalb sich Männchen oft auf dem Rücken von Weibchen festkrallen (Amplexus). Die Art gilt in Deutschland aktuell als nicht gefährdet, leidet jedoch unter Lebensraumverlust und dem Straßentod während der Wanderzeit. Krötenzäune und -tunnel helfen, die Bestände zu schützen.