Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum)
Name
Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum)
Familie
Lippenblütler (Lamiaceae)
Merkmale
Die Purpurrote Taubnessel ist eine einjährige bis zweijährige krautige Pflanze, die meist 10 bis 30 cm hoch wird. Charakteristisch sind die herzförmigen, gekerbten Blätter mit einem leicht runzeligen Blattrelief. Besonders auffällig: Die oberen Blätter sind häufig rötlich bis purpurfarben getönt, was der Art ihren deutschen Namen verleiht. Die Blüten sind zweilippig, purpurrosa bis rötlich-violett gefärbt und erscheinen in quirlförmigen Blütenständen an den Stängelknoten. Der Stängel ist vierkantig, wie für Lippenblütler typisch, und leicht behaart.
Standort und Verbreitung
Lamium purpureum wächst bevorzugt an Wegrändern, auf Brachflächen, in Gärten, auf Äckern und in lichten Wäldern. Die Art bevorzugt nährstoffreiche, lockere Böden und gilt als typischer Kulturfolger und Ruderalpflanze. Sie ist in ganz Europa weit verbreitet und kommt auch in Teilen Asiens sowie als eingebürgerte Art in Nordamerika vor. Die Blütezeit erstreckt sich von Februar bis November, in milden Wintern kann die Pflanze sogar ganzjährig blühen und gehört damit zu den frühesten Blütenpflanzen des Jahres.
Besonderheiten
Die Samen von Lamium purpureum tragen ein sogenanntes Elaiosom, ein fettreiches Anhängsel, das Ameisen als Nahrung dient. Die Ameisen schleppen die Samen in ihre Nester und verbreiten die Pflanze so zuverlässig über größere Distanzen – ein Phänomen, das als Myrmekochorie bezeichnet wird. Trotz des Namens Taubnessel brennt die Pflanze nicht, da sie mit der Brennnessel nicht verwandt ist. Die Purpurrote Taubnessel ist essbar: Junge Blätter und Blüten können als Wildkräuter in Salaten oder Tees verwendet werden. Als Verwechslungsart gilt die Gefleckte Taubnessel, die sich durch weißliche Blattflecken und weiße Blüten unterscheidet.