Frühlings-Zahntrost (Odontites vernus)

Odontites vernus parasitiert über das Wurzelsystem andere Pflanzen

Name

Frühlings-Zahntrost (Odontites vernus)

Familie

Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)

Merkmale

Der Frühlings-Zahntrost ist eine einjährige, aufrecht wachsende Pflanze, die meist 10 bis 35 Zentimeter hoch wird. Der Stängel ist verzweigt und fein behaart. Die gegenständigen Blätter sind lanzettlich bis eiförmig, leicht gezähnt und ebenfalls behaart. Die Blüten sind rosa bis purpurfarben, zweilippig und erscheinen in einseitswendigen Ähren. Die Oberlippe ist ungeteilt und leicht gewölbt, die Unterlippe dreilappig. Typisch sind die aus der Blüte herausragenden Staubblätter.

Standort und Verbreitung

Der Frühlings-Zahntrost wächst bevorzugt an Wegrändern, auf Äckern, in Wiesen und an Ruderalstandorten. Er bevorzugt nährstoffreiche, oft lehmige oder tonige Böden in sonniger bis halbschattiger Lage. Die Art ist in weiten Teilen Mitteleuropas verbreitet, in Deutschland jedoch regional rückläufig. Das abgebildete Exemplar wurde im Mai 2012 beim Hohen Holz bei Wunstorf gefunden. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juni, in manchen Regionen auch bis in den Frühsommer hinein.

Besonderheiten

Odontites vernus ist ein Halbparasit: Über spezialisierte Wurzelorgane, sogenannte Haustorien, zapft die Pflanze benachbarte Wirtspflanzen an und entzieht ihnen Wasser und Nährstoffe, betreibt aber gleichzeitig selbst Photosynthese. Als Verwechslungsart kommt der Späte Zahntrost in Betracht, der erst ab Juli blüht und sich durch seine Blütezeit gut abgrenzen lässt. In der Roten Liste Niedersachsens wird der Frühlings-Zahntrost mit RL 3 (gefährdet) eingestuft. Ursachen für den Rückgang sind vor allem intensive Landwirtschaft, Flurbereinigung und der Verlust extensiv genutzter Ackerflächen. Die Art ist auch unter dem Namen Acker-Zahntrost bekannt.