Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)
Name
Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)
Familie
Rosengewächse (Rosaceae)
Merkmale
Das Echte Mädesüß ist eine ausdauernde Staude, die Wuchshöhen von 50 bis 150 Zentimetern erreicht. Die Stängel sind aufrecht, kantig und oft rötlich überlaufen. Die Blätter sind unpaarig gefiedert mit größeren Endblättchen und kleineren Zwischenblättchen; die Blattoberseite ist dunkelgrün, die Unterseite weißlich-filzig behaart. Die zahlreichen cremefarbenen bis weißen Blüten sind klein, fünfzählig und in dichten, rispigen Trugdolden angeordnet. Sie verströmen einen intensiven, süßlich-mandelartigen Duft, der von Salicylaldehyd herrührt. Die Früchte sind kleine, spiralig gedrehte Nüsschen.
Standort und Verbreitung
Das Echte Mädesüß bevorzugt nährstoffreiche, feuchte bis wechselfeuchte Standorte. Es wächst an Wegrändern, auf Feuchtwiesen, an Gräben, Bachufern und in mesophilen bis feuchten Wäldern. Die Art ist in ganz Europa sowie in weiten Teilen Asiens verbreitet und in Nordamerika eingebürgert. In Deutschland ist sie häufig und flächendeckend anzutreffen. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September.
Besonderheiten
In früheren Zeiten wurde das Echte Mädesüß zum Aromatisieren und Süßen von Wein oder Met verwendet, worauf auch der deutsche Name hindeutet. Die Pflanze enthält Salicylate, aus denen im 19. Jahrhundert erstmals Salicylsäure isoliert wurde – ein Vorläufer der Acetylsalicylsäure, dem Wirkstoff des Aspirins. In der Volksmedizin wurde Mädesüß traditionell bei Fieber, Schmerzen und Magenbeschwerden eingesetzt. Die Blüten und jungen Blätter sind essbar und finden heute in der Naturküche sowie zur Herstellung von Sirup, Likören und Tees Verwendung. Verwechslungen sind möglich mit dem Kleinen Mädesüß, das jedoch deutlich kleinere Wuchshöhen erreicht und trockenere Standorte bevorzugt.