Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)

Die Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense) wächst auf Ruderalflächen

Name

Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)

Familie

Korbblütler (Asteraceae)

Merkmale

Die Acker-Kratzdistel ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 120 Zentimetern erreicht. Die Stängel sind aufrecht, verzweigt und im Gegensatz zu vielen anderen Distelarten nur schwach oder gar nicht geflügelt. Die Blätter sind wechselständig, buchtig gezähnt bis fiederspaltig und an den Rändern mit kräftigen Dornen besetzt. Die Blütenköpfe sind relativ klein, kugelig bis eiförmig und erscheinen in lockeren Doldenrispen. Die Blüten sind meist rosa-violett gefärbt, selten weiß. Die Art ist gynodiözisch: Neben Pflanzen mit zwittrigen Blüten kommen auch rein weibliche Pflanzen vor. Die Früchte sind Achänen mit einem charakteristischen Federschopf (Pappus), der die Windverbreitung ermöglicht.

Standort und Verbreitung

Die Acker-Kratzdistel besiedelt Ruderalflächen, Wiesen-Biotope und Wegränder, ist aber vor allem als hartnäckiges Ackerunkraut bekannt. Sie bevorzugt nährstoffreiche, tiefgründige Böden und ist gegenüber Bodenverdichtung tolerant. Die Art ist in ganz Europa weit verbreitet und kommt darüber hinaus in weiten Teilen Asiens vor; durch Verschleppung ist sie heute auch in Nordamerika und Australien eingebürgert. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September.

Besonderheiten

Die Acker-Kratzdistel wird durch Insekten bestäubt, wobei Hautflügler und Tagfalter bevorzugte Besucher sind; eine Selbstbestäubung ist ebenfalls möglich. Neben der Samenverbreitung durch den Wind vermehrt sich die Pflanze sehr effektiv vegetativ über Wurzelsprosse, was sie zu einem der schwer bekämpfbaren Ackerunkräuter macht. Mit anderen Arten der Gattung kann sie Hybriden ausbilden. In der Naturheilkunde wird Cirsium arvense traditionell bei Husten, zur Wundbehandlung und bei Lebererkrankungen eingesetzt. Als Nahrungsquelle für Schmetterlinge und Wildbienen hat die Pflanze zudem einen hohen ökologischen Wert und sollte auf naturnahen Flächen bewusst geduldet werden.