Blutwurz (Potentilla erecta)
Name
Blutwurz (Potentilla erecta)
Familie
Rosengewächse (Rosaceae)
Merkmale
Die Blutwurz ist eine ausdauernde, niedrig wachsende Staude, die meist 10 bis 30 Zentimeter hoch wird. Charakteristisch sind ihre leuchtend gelben, vierzähligen Blüten – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber vielen ähnlichen Fingerkräutern, die fünf Blütenblätter besitzen. Die Blätter sind dreiteilig gefiedert und gesägt, wirken aber durch zwei große Nebenblätter am Stiel scheinbar fünfzählig. Der Wurzelstock ist knollig verdickt und im Inneren charakteristisch blutrot gefärbt – daher der treffende deutsche Name. Die Pflanze wächst horstig und bildet jedes Jahr neu aus dem ausdauernden Wurzelstock aus.
Standort und Verbreitung
Die Blutwurz besiedelt bevorzugt feuchte bis wechselfeuchte Standorte: Feuchtwiesen, Heiden, lichte Wälder, Wegränder und Moorränder. Sie bevorzugt saure, nährstoffarme Böden und gilt als Zeigerpflanze für magere, feuchte Verhältnisse. Verbreitet ist sie in weiten Teilen Europas und Westasiens, in Deutschland kommt sie in nahezu allen Bundesländern vor, ist jedoch in intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften seltener geworden. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September.
Besonderheiten
In der Naturheilkunde genießt die Blutwurz seit Jahrhunderten einen festen Platz. Verwendet werden vor allem die Wurzeln, die reich an Gerbstoffen – insbesondere Agrimoniin und Tormentillin – sind. Diese Inhaltsstoffe wirken adstringierend und entzündungshemmend, weshalb die Pflanze traditionell bei Durchfallerkrankungen, Mundschleimhautentzündungen und Halsbeschwerden eingesetzt wird. Apothekenpräparate auf Basis der Blutwurz sind bis heute erhältlich. Die Art ist nicht giftig. Verwechslungen sind möglich mit dem Gewöhnlichen Fingerkraut und ähnlichen gelb blühenden Arten, doch die vierzähligen Blüten machen die Blutwurz bei genauem Hinsehen eindeutig bestimmbar.