Dornige Gänsedistel (Sonchus asper)

Die Raue Gänsedistel hat stängelumfassende Blätter

Name

Dornige Gänsedistel (Sonchus asper)

Familie

Korbblütler (Asteraceae)

Merkmale

Die Dornige Gänsedistel ist eine ein- bis zweijährige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 100 cm erreicht. Die Blätter sind stängelumfassend und besitzen charakteristisch angedrückte oder abgerundete Öhrchen an der Blattbasis – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Kohl-Gänsedistel, bei der die Öhrchen spitz und abstehend sind. Die Blattränder sind unregelmäßig gezähnt bis buchtig gelappt und mit steifen, dornigen Zähnen besetzt, was der Art ihren Namen verleiht. Die Stängel sind hohl und enthalten wie alle Gänsedisteln einen weißen Milchsaft. Die Blütenköpfe sind leuchtend gelb und erinnern an kleine Löwenzahnblüten.

Standort und Verbreitung

Die Dornige Gänsedistel besiedelt Ruderalflächen, Wegränder, Brachland und Gärten. Sie bevorzugt warme, ausreichend feuchte und nährstoffreiche Standorte und gilt als typische Kulturfolger- und Stickstoffzeigerpflanze. Die Art ist in ganz Europa weit verbreitet und kommt darüber hinaus in weiten Teilen Asiens, Nordafrikas sowie als Neophyt in Nord- und Südamerika, Australien und Neuseeland vor. In Mitteleuropa zählt sie zu den häufigsten Ackerunkräutern. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Oktober, in milden Lagen auch früher.

Besonderheiten

Die Dornige Gänsedistel ist essbar: Junge Blätter und Triebe können als Wildgemüse genutzt werden, sind jedoch aufgrund der Blattstacheln weniger angenehm zu verarbeiten als die weichere Kohl-Gänsedistel. Für Wildtiere, insbesondere Hasen und Kaninchen, gilt die Pflanze als geschätzte Nahrungsquelle. Die Samen werden vom Wind verbreitet und besitzen eine hohe Keimfähigkeit, was die Art zu einem hartnäckigen Gartenunkraut macht. Giftig ist die Pflanze nicht. Eine Verwechslung mit der Kohl-Gänsedistel ist möglich, lässt sich aber anhand der Blattöhrchen zuverlässig klären.