Kletten-Labkraut (Galium aparine)

Mit Widerhaken ausgestattete Früchte bleiben im Tierfell hängen

Name

Kletten-Labkraut (Galium aparine)

Familie

Rötegewächse (Rubiaceae)

Merkmale

Das Kletten-Labkraut ist eine einjährige, krautige Pflanze mit schlanken, vierkantig gerippten Stängeln, die durch rückwärts gerichtete Borsten an anderen Pflanzen und Gegenständen haften. Die quirlständig angeordneten, schmalen Blätter sitzen in Wirteln von sechs bis acht Stück und sind ebenfalls mit kleinen Widerhaken besetzt. Die winzigen weißen Blüten erscheinen in lockeren Trugdolden. Die kugeligen Spaltfrüchte sind dicht mit hakigen Borsten bedeckt, was ihnen ihre charakteristische Kletteigenschaft verleiht. Die Pflanze kann Wuchshöhen von bis zu 120 Zentimetern erreichen, wächst jedoch meist kletternd und liegend.

Standort und Verbreitung

Das Kletten-Labkraut besiedelt ein breites Spektrum an Lebensräumen: Ruderalflächen, Wiesen-Biotope, Wälder sowie Hecken-Biotope zählen zu seinen typischen Standorten. Die Art bevorzugt nährstoffreiche, feuchte bis frische Böden und ist in ganz Europa sowie weiten Teilen Asiens und Nordamerikas verbreitet. In Deutschland gilt sie als häufige und weit verbreitete Art. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis September.

Besonderheiten

Die hakenbewehrten Früchte des Kletten-Labkrauts haften zuverlässig an Tierfelll und menschlicher Kleidung und werden so über weite Strecken verbreitet – ein klassisches Beispiel für Epizoochorie. Die Pflanze ist eine wichtige Nahrungsquelle für diverse Insekten. Historisch wurden die gerösteten Früchte als Kaffeeersatz genutzt, da die Art zur Familie der Rötegewächse gehört, zu der auch der echte Kaffee zählt. Junge Triebe galten in der Volksmedizin als harntreibend und blutreinigend. Verwechslungen sind mit anderen Labkraut-Arten möglich, etwa dem Wiesen-Labkraut, das jedoch gelb blüht und keine kletternden Borsten besitzt.