Sonnwend-Wolfsmilch (Euphorbia helioscopia)

Euphorbia helioscopia wächst an landwirtschaftlichen Nutzflächen

Name

Sonnwend-Wolfsmilch (Euphorbia helioscopia)

Familie

Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)

Merkmale

Die Sonnwend-Wolfsmilch ist eine einjährige, aufrecht wachsende Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 50 Zentimetern erreicht. Die Blätter sind verkehrt-eiförmig, fein gesägt und wechselständig angeordnet. Charakteristisch ist der doldenartige Blütenstand mit fünf Hauptstrahlen, die sich mehrfach gabeln. Die Blüten selbst sind klein und unscheinbar, umgeben von gelblich-grünen Hochblättern, die der Pflanze ein markantes Erscheinungsbild verleihen. Wie alle Wolfsmilchgewächse enthält die Pflanze einen weißlichen, milchigen Latex-Saft.

Standort und Verbreitung

Die Sonnwend-Wolfsmilch wächst von März bis November auf Unkrautfluren, an landwirtschaftlichen Nutzflächen sowie auf Ruderalflächen wie Schuttplätzen und Wegrändern. Die Art bevorzugt nährstoff- und basenreiche, meist lehmige oder tonige Böden. Sie ist in ganz Europa weit verbreitet und gilt als typische Begleitpflanze von Äckern und gestörten Standorten. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Oktober, die Bestäubung erfolgt durch Zweiflügler.

Besonderheiten

Die Sonnwend-Wolfsmilch ist eine giftige Pflanze. Der milchige Latex-Saft enthält Diterpene und andere Reizstoffe, die bei Hautkontakt Entzündungen und Rötungen verursachen können. Bei Verschlucken drohen Übelkeit, Erbrechen und Schleimhautreizungen. Mensch und Tier sollten daher den Kontakt mit dem Pflanzensaft meiden. Trotz ihrer Giftigkeit wurde die Art in der Volksmedizin vereinzelt äußerlich gegen Warzen eingesetzt. Der deutsche Name Sonnwend-Wolfsmilch bezieht sich auf die Eigenschaft der Pflanze, ihre Blätter und Blütenstände der Sonne nachzudrehen. Verwechslungen mit ähnlichen Wolfsmilch-Arten sind möglich, weshalb eine genaue Bestimmung anhand der charakteristischen Hochblätter und des Blütenstandes empfohlen wird.