Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense)
Name
Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense)
Familie
Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
Merkmale
Der Wiesen-Storchschnabel ist eine ausdauernde, kräftig wachsende Staude, die Wuchshöhen von 30 bis 80 cm erreicht. Die Stängel sind aufrecht, verzweigt und drüsig behaart. Die Blätter sind tief handförmig gelappt mit sieben bis neun Abschnitten und wirken dadurch markant gefiedert. Die Blüten sind verhältnismäßig groß, mit einem Durchmesser von bis zu vier Zentimetern, und leuchten in einem kräftigen Blauviolett. Fünf Kronblätter mit deutlich sichtbaren Adern prägen das Erscheinungsbild. Die Früchte sind charakteristisch schnabelförmig verlängert, was der gesamten Gattung ihren deutschen Namen eingebracht hat.
Standort und Verbreitung
Der Wiesen-Storchschnabel besiedelt Fettwiesen, Wegränder, Unkrautfluren und Waldränder, bevorzugt auf nährstoffreichen, frischen bis mäßig feuchten Böden. Er ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet und in Deutschland vor allem in Mittel- und Norddeutschland anzutreffen, häufig in Tallagen und an Gewässerrändern. Im Süntel, einem Höhenzug im Weserbergland, wurde die Art im August 2009 bei der Pappmühle nachgewiesen. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August, gelegentlich auch bis in den September hinein.
Besonderheiten
Im Gartenbau ist der Wiesen-Storchschnabel eine beliebte Zierpflanze, von der zahlreiche Zuchtformen mit abweichenden Blütenfarben und gefüllten Blüten erhältlich sind. Diese Gartenformen können als Gartenflüchtlinge in die freie Natur gelangen und dort mit der Wildform konkurrieren oder sich mit ihr kreuzen, was die Bestimmung erschweren kann. Die Art ist nicht giftig und wurde volksmedizinisch als adstringierendes Mittel genutzt. Verwechslungen sind möglich mit anderen blauviolett blühenden Storchschnabelarten, etwa dem Wald-Storchschnabel, der jedoch kleinere Blüten und weniger tief geteilte Blätter aufweist.