Steppen-Salbei (Salvia nemorosa)
Name
Steppen-Salbei (Salvia nemorosa)
Familie
Lippenblütler (Lamiaceae)
Merkmale
Der Steppen-Salbei ist eine ausdauernde Staude, die Wuchshöhen von 30 bis 60 Zentimetern erreicht. Die Stängel sind aufrecht, vierkantig und meist verzweigt. Die Laubblätter sind länglich-eiförmig, runzelig und beidseitig behaart, mit einem charakteristisch aromatischen Duft beim Zerreiben. Die Blüten sind violett bis blauviolett und in dichten, ährenartigen Blütenständen angeordnet. Auffällig sind die purpurroten Deckblätter, die auch nach der Blüte dekorativ wirken. Die Blütenlippen sind typisch zweilippig, wie für Lippenblütler charakteristisch.
Standort und Verbreitung
Der Steppen-Salbei bevorzugt trockene, kalkreiche und nährstoffarme Böden. Er wächst auf Ruderalflächen, in Wiesen-Biotopen und an Wegrändern, aber auch auf Trockenrasen und Böschungen. Die Art ist in Mittel- und Südeuropa sowie in Westasien heimisch und in Deutschland vor allem in wärmebegünstigten Regionen verbreitet. Als Zierpflanze wird sie häufig in Gärten kultiviert und verwildert von dort gelegentlich. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August, wobei ein zweiter Flor nach dem Rückschnitt möglich ist. Ein Fundort dieser Art liegt beim Rehburger Moor (Juli 2008). Die Bestäubung erfolgt durch Bienen und Hummeln.
Besonderheiten
Der Steppen-Salbei ist eine wichtige Trachtpflanze für Wildbienen und Hummeln und gilt als wertvolle Bienenweide. Er wird häufig in naturnahen Gärten und zur Begrünung von Verkehrsinseln eingesetzt. Verwechslungen sind möglich mit dem Wiesensalbei, der ähnliche Standorte besiedelt, jedoch etwas größere Blüten und weniger auffällige Deckblätter aufweist. Der Steppen-Salbei ist in Deutschland ungefährdet, profitiert jedoch von extensiver Pflege seiner Standorte. Inhaltsstoffe wie ätherische Öle und Gerbstoffe machen die Pflanze auch volksmedizinisch interessant, wenngleich die Heilwirkung weniger ausgeprägt ist als beim Echten Salbei.