Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum)
Name
Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum)
Familie
Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Merkmale
Der Schwarze Nachtschatten ist eine einjährige, krautige Pflanze, die meist 20 bis 60 cm hoch wird. Die Stängel sind aufrecht bis aufsteigend, leicht behaart und oft dunkel überlaufen. Die Blätter sind eiförmig bis rautenförmig, buchtig gezähnt und wechselständig angeordnet. Die kleinen, weißen Blüten ähneln in ihrer Form denen der Kartoffel: fünf zurückgebogene Kronblätter umgeben einen auffälligen gelben Staubbeutelkegel. Die Früchte sind kugelige, zunächst grüne, später glänzend schwarze Beeren von etwa 6 bis 8 mm Durchmesser, die in hängenden Trauben angeordnet sind.
Standort und Verbreitung
Der Schwarze Nachtschatten besiedelt Wegränder, Böschungen, Bahndämme und Ruderalflächen, außerdem Äcker, Schuttplätze und Gartenbeete. Er bevorzugt nährstoffreiche, oft gestörte Böden in sonniger bis halbschattiger Lage. Die Art ist in ganz Europa weit verbreitet und gilt als Kulturfolger. In Deutschland kommt sie nahezu flächendeckend vor, so etwa auch im Bereich der Sandgrube bei Poggenhagen, wo Exemplare im September 2012 dokumentiert wurden. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Oktober, die Früchte reifen von September bis Oktober.
Besonderheiten
Alle Pflanzenteile des Schwarzen Nachtschattens enthalten das Alkaloid Solanin und sind als giftig einzustufen – besonders die unreifen, grünen Beeren. Vergiftungserscheinungen umfassen Übelkeit, Erbrechen und Schwindel. Trotz der Giftigkeit wurden reife Beeren in manchen Regionen traditionell zu Marmeladen verarbeitet, was jedoch nicht empfohlen wird. Verwechslungen sind möglich mit dem Bittersüßen Nachtschatten, einer kletternden Verwandten mit roten Beeren, sowie mit dem Glänzenden Nachtschatten, einer ähnlichen Art mit stärker glänzenden Blättern. Der Schwarze Nachtschatten gilt als Zeigerpflanze für stickstoffreiche, anthropogen beeinflusste Standorte.