Gewöhnlicher Reiherschnabel (Erodium cicutarium)
Name
Gewöhnlicher Reiherschnabel (Erodium cicutarium)
Familie
Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
Merkmale
Der Gewöhnliche Reiherschnabel ist eine ein- bis zweijährige Krautpflanze mit fiederteiligen, an Schierling erinnernden Blättern, die ihm auch seinen lateinischen Beinamen cicutarium eingebracht haben. Die Stängel sind meist niederliegend bis aufsteigend und drüsig behaart. Die Blüten erscheinen in Dolden und sind zart rosa bis purpurfarben mit fünf Kronblättern. Besonders auffällig sind die langen, schnabelartigen Früchte, die dem Reiher-Schnabel seinen Namen verdanken und bis zu mehrere Zentimeter lang werden können.
Standort und Verbreitung
Erodium cicutarium wächst bevorzugt an lichtreichen, trockenen Standorten auf sandigen oder steinigen Böden. Typische Lebensräume sind Wegränder, Trockenrasen und Dünen-Biotope. Die Art ist in ganz Europa weit verbreitet und kommt darüber hinaus in Teilen Asiens, Nordafrikas sowie als Neophyt in Nordamerika und Australien vor. In Deutschland ist sie häufig anzutreffen, besonders in wärmebegünstigten Regionen. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis September, womit sie zu den ausdauernd blühenden Wildkräutern zählt.
Besonderheiten
Die Früchte des Gewöhnlichen Reiherschnabels besitzen einen bemerkenswerten Ausbreitungsmechanismus: Der verlängerte, spiralförmige Griffel zieht sich bei Trockenheit zusammen und schleudert dabei die Samen aus. Dieser Vorgang wird als Hygrochasie bezeichnet. Zudem kann sich der Griffel nach dem Aufprall in den Boden einschrauben und den Samen aktiv vergraben. Die Pflanze gilt als Zeigerpflanze für trockene, nährstoffarme Standorte. Verwechslungen sind möglich mit anderen Reiherschnabel-Arten sowie mit echten Storchschnäbeln, die jedoch meist größere Blüten aufweisen. Erodium cicutarium ist essbar und wurde früher als Wildgemüse genutzt.