Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
Name
Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
Familie
Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Merkmale
Der Spitzwegerich ist eine ausdauernde Rosettenpflanze mit auffällig schmalen, lanzettlichen Blättern, die deutlich länger als breit sind und meist fünf bis sieben markante Längsnerven aufweisen. Die Blattränder sind ganzrandig oder leicht gezähnt. Aus der Blattrosette wachsen unverzweigte, gefurchte Stängel, die einen eiförmigen bis walzenförmigen Blütenstand tragen. Die Einzelblüten sind unscheinbar bräunlich-weißlich, die herausragenden Staubblätter mit gelben Staubbeuteln verleihen dem Ährenstand jedoch ein charakteristisches Aussehen. Die Pflanze wird je nach Standort zwischen 10 und 50 Zentimeter hoch.
Standort und Verbreitung
Spitzwegerich ist eine der häufigsten Wildpflanzen Mitteleuropas und in weiten Teilen der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel verbreitet. Er besiedelt Wiesen, Wegränder, Ruderalflächen, Trockenrasen und Grünlandbiotope und gilt als Zeigerpflanze für regelmäßig betretene oder gemähte Flächen. Die Art bevorzugt nährstoffreiche, lehmige bis sandige Böden und verträgt sowohl Trockenheit als auch Verdichtung. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Oktober, wobei der Hauptflor in den Monaten Mai bis August liegt.
Besonderheiten
Spitzwegerich zählt zu den bedeutendsten heimischen Heilpflanzen. In der Naturheilkunde werden vor allem die Blätter verwendet, die schleimlösende, entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften besitzen. Traditionell kommt die Pflanze bei Atemwegsinfektionen, Husten und Hautproblemen wie Insektenstichen oder kleinen Wunden zum Einsatz. Zur Arzneipflanze des Jahres 2014 gekürt, erlebte Plantago lanceolata eine Renaissance in der modernen Phytotherapie. Verwechslungen sind möglich mit dem Breitwegerich, der jedoch deutlich breitere, eiförmige Blätter aufweist. Die Pflanze ist nicht giftig und kann auch als Wildkräuter-Zutat in der Küche verwendet werden.