Zottiger Klappertopf (Rhinanthus alectorolophus)
Name
Zottiger Klappertopf (Rhinanthus alectorolophus)
Familie
Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Merkmale
Der Zottige Klappertopf ist eine aufrecht wachsende, einjährige Krautpflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 60 cm erreicht. Der Stängel ist meist unverzweigt oder wenig verzweigt und auffällig behaart. Die gegenständigen Blätter sind länglich-eiförmig, gesägt und ebenfalls zottig behaart – daher der deutsche Name. Die Blüten sind gelb, zweilippig und sitzen in einem aufgeblasenen, grünen Kelch. Der Kelch ist zur Fruchtreife stark aufgeblasen; die darin losen Samen rasseln beim Schütteln hörbar – daher der Name Klappertopf. Ein markantes Merkmal sind die violetten Zähne an der Oberlippe der Blüte.
Standort und Verbreitung
Die Art wächst bevorzugt auf Magerrasen, in extensiv genutzten Wiesen, auf Lichtungen und in Steinbrüchen. Sie bevorzugt warme, kalkreiche und nährstoffarme Standorte. Der Zottige Klappertopf ist in Mittel- und Südeuropa verbreitet, kommt aber auch in Teilen West- und Osteuropas vor. In Deutschland tritt er zerstreut auf, mit Schwerpunkten in wärmebegünstigten Lagen. Das abgebildete Exemplar wurde im Juni 2011 im alten Steinbruch Salzhemmendorf gefunden. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli.
Besonderheiten
Rhinanthus alectorolophus ist ein Halbschmarotzer: Die Pflanze betreibt zwar Photosynthese, zapft aber über spezielle Wurzelverbindungen, sogenannte Haustorien, die Wurzeln benachbarter Pflanzen an, um zusätzlich Wasser und Nährstoffe zu entziehen. Dadurch kann sie das Wachstum von Gräsern und anderen Wiesenpflanzen hemmen, was in der Naturschutzpraxis gezielt genutzt wird, um artenreiche Magerwiesen zu fördern. Verwechslungen sind mit anderen Klappertopf-Arten möglich, etwa dem Kleinen Klappertopf, der jedoch weniger behaart ist und kleinere Blüten aufweist. Der Zottige Klappertopf gilt in manchen Regionen Deutschlands als gefährdet, da intensive Landwirtschaft und Düngung seine bevorzugten Magerstandorte zerstören.