Wiesen-Glockenblume (Campanula patula)
Name
Wiesen-Glockenblume (Campanula patula)
Familie
Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Merkmale
Die Wiesen-Glockenblume ist eine zwei- bis mehrjährige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 60 cm erreicht. Der Stängel ist aufrecht, kantig und meist verzweigt. Die Blüten sind trichter- bis glockenförmig, weit geöffnet und leuchtend violett-blau gefärbt, seltener auch weißlich. Die Kronblätter sind bis zur Mitte eingeschnitten und spreizen sich deutlich ab – daher der Artname patula, lateinisch für ausgebreitet. Die Grundblätter sind spatelig, die Stängelblätter schmal-lanzettlich und sitzend.
Standort und Verbreitung
Die Wiesen-Glockenblume wächst bevorzugt auf nährstoffreichen, mäßig feuchten Wiesen, auf Lichtungen und an Waldrändern. Sie bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte und gilt als Lichtpflanze, deren Blüten sich dem Licht zuwenden. Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet, von den Tieflagen bis in mittlere Gebirgslagen. In Deutschland kommt sie zerstreut vor, regional ist sie durch Intensivierung der Landwirtschaft seltener geworden. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli.
Besonderheiten
Die Bestäubung der Wiesen-Glockenblume erfolgt überwiegend durch Bienen, die von den nektarreichen Blüten angelockt werden. Die Art ist nicht giftig und wurde früher gelegentlich als Wildgemüse genutzt. Verwechslungen sind möglich mit der Rundblättrigen Glockenblume oder der Rapunzel-Glockenblume, die jedoch engere, weniger geöffnete Blütenkronen aufweisen. In manchen Regionen Deutschlands gilt die Wiesen-Glockenblume als gefährdet, da artenreiche Mähwiesen als Lebensraum zunehmend verloren gehen.