Kohl-Gänsedistel (Sonchus oleraceus)
Name
Kohl-Gänsedistel (Sonchus oleraceus)
Familie
Korbblütler (Asteraceae)
Merkmale
Die Kohl-Gänsedistel ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 150 cm erreichen kann. Der hohle, aufrechte Stängel enthält einen weißen Milchsaft, der beim Anschneiden austritt. Die Blätter sind fiederspaltig bis leierförmig gelappt, mit weichen, nicht stechenden Zähnen am Rand und umfassen den Stängel mit pfeilförmigen Öhrchen. Die gelben Zungenblüten sind in körbchenförmigen Blütenständen angeordnet und erinnern an kleine Löwenzahnblüten. Die Früchte sind gerippte Achänen mit einem weißen Haarschirm (Pappus), der die Windverbreitung ermöglicht.
Standort und Verbreitung
Die Kohl-Gänsedistel wächst bevorzugt an Wegrändern, in Gärten, auf Äckern, Schuttplätzen und anderen Ruderalflächen. Sie bevorzugt nährstoffreiche, oft gestörte Böden und gilt als typische Kulturfolger-Art. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, ist sie heute weltweit als eingebürgerte Art verbreitet und in ganz Mitteleuropa häufig anzutreffen. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Oktober.
Besonderheiten
Die Kohl-Gänsedistel gehört zu den ältesten Nutzpflanzen Europas und wurde bereits im Mittelalter als Gemüse angebaut. Junge Blätter und Triebe sind essbar und wurden ähnlich wie Spinat zubereitet. In der Volksmedizin fand die Pflanze früher Anwendung bei Hautproblemen und Kurzatmigkeit, spielt in der modernen Naturheilkunde jedoch keine Rolle mehr. Verwechslungen sind möglich mit der Rauen Gänsedistel und der Acker-Gänsedistel, die ebenfalls gelbe Blütenkörbchen und Milchsaft führen, sich aber durch Blattform und Stängelstruktur unterscheiden. Die Pflanze ist nicht giftig und wird gelegentlich noch heute als Wildgemüse gesammelt.