Weißer Stechapfel (Datura stramonium)

Datura stramonium ist ursprünglich in Nordamerika oder Asien beheimatet

Name

Weißer Stechapfel (Datura stramonium)

Familie

Solanaceae (Nachtschattengewächse)

Merkmale

Der Weiße Stechapfel ist eine kräftige, einjährige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 cm erreicht. Die Blätter sind groß, eiförmig, unregelmäßig gezähnt und verströmen beim Zerreiben einen unangenehmen Geruch. Die trichterförmigen Blüten sind weiß und können bis zu 10 cm lang werden. Die Frucht ist eine stachelig besetzte, eiförmige Kapsel, die bei Reife in vier Klappen aufspringt und zahlreiche schwarzbraune Samen freigibt. Die Art ist recht variabel und wird in verschiedene Varietäten unterteilt, die sich unter anderem in Blütenfarbe und Stängelfarbe unterscheiden.

Standort und Verbreitung

Datura stramonium wächst bevorzugt an Wegrändern, auf Ruderalflächen, Schuttplätzen sowie als Ackerunkraut auf nährstoffreichen, oft gestörten Böden. Die Art stammt ursprünglich aus Mexiko und gelangte bereits vor mehreren Jahrhunderten nach Europa, wo sie sich als Neophyt etabliert hat. Heute ist sie in weiten Teilen Europas sowie in zahlreichen Regionen Asiens, Afrikas und Amerikas verbreitet. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Oktober.

Besonderheiten

Alle Pflanzenteile des Weißen Stechapfels sind stark giftig. Die Hauptwirkstoffe sind Tropanalkaloide wie Atropin, Scopolamin und Hyoscyamin, die bereits in geringen Mengen zu schweren Vergiftungen führen können. Symptome sind unter anderem Halluzinationen, Herzrasen, Mundtrockenheit und im schlimmsten Fall Atemlähmung. Trotz seiner Giftigkeit wurde die Pflanze historisch in der Volksmedizin und als Rauschmittel genutzt. Verwechslungen mit dem Schwarzen Stechapfel oder anderen ähnlichen Arten sind möglich. Die Pflanze steht in Deutschland nicht unter Schutz, gilt aber als potenziell invasiv auf landwirtschaftlichen Flächen.