Einjähriges Berufkraut, Feinstrahl (Erigeron annuus)

Als Zierpflanze gelangte die Art nach Deutschland

Name

Einjähriges Berufkraut, Feinstrahl (Erigeron annuus)

Familie

Korbblütler (Asteraceae)

Merkmale

Das Einjährige Berufkraut erreicht Wuchshöhen von bis zu 100 cm und wächst aufrecht mit einem behaarten, verzweigten Stängel. Die Laubblätter sind grob gezähnt und wechselständig angeordnet. Die Blütenköpfchen sind zahlreich und bestehen aus einem gelben Röhrenblüten-Zentrum, das von vielen schmalen, weißen bis leicht violetten Zungenblüten umgeben ist – daher der volkstümliche Name Feinstrahl. Die Blüten sind deutlich kleiner als bei verwandten Margeriten-Arten.

Standort und Verbreitung

Das Einjährige Berufkraut besiedelt bevorzugt Ruderalstandorte wie Wegränder, Bahndämme, Schuttflächen, Wiesen und Gartenränder. Es gedeiht auf nährstoffreichen, oft gestörten Böden in sonnigen bis halbschattigen Lagen. Ursprünglich in Nordamerika heimisch, gelangte die Art als Zierpflanze nach Europa und hat sich dort als Neophyt weit verbreitet. Heute ist sie in ganz Deutschland sowie in weiten Teilen Mitteleuropas häufig anzutreffen. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Oktober.

Besonderheiten

Das Einjährige Berufkraut gilt als klassischer Neophyt, der sich nach seiner Einschleppung als Zierpflanze dauerhaft in der mitteleuropäischen Wildflora etabliert hat. In der Naturheilkunde wurde die Art gelegentlich bei Erkältungskrankheiten eingesetzt, jedoch ist die Heilwirkung so gering, dass sie in der modernen Pflanzenheilkunde kaum noch Verwendung findet. Verwechslungen sind mit anderen Berufkraut-Arten sowie mit ähnlichen Korbblütlern möglich, die sich vor allem in Blattform, Behaarung und Blütenmerkmalen unterscheiden. Für Insekten, besonders Wildbienen und Schwebfliegen, stellen die zahlreichen Blütenköpfchen eine wertvolle Nektarquelle dar.