Gewöhnlicher Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus subsp. europaeus)

Der Ufer-Wolfstrapp wächst in Röhrichtgesellschaften

Name

Gewöhnlicher Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus subsp. europaeus)

Familie

Lamiaceae (Lippenblütler)

Merkmale

Der Ufer-Wolfstrapp ist eine ausdauernde Staude, die Wuchshöhen von 30 bis 100 cm erreicht. Der Stängel ist vierkantig, aufrecht und meist wenig verzweigt. Die gegenständigen Blätter sind tief fiederspaltig bis grob gesägt, lanzettlich geformt und leicht behaart. Die Blüten sind winzig, weißlich bis blassrosa, mit violetten Punkten und erscheinen in dichten, kugeligen Quirlen in den Blattachseln. Die Pflanze gehört zur Familie der Lippenblütler, wirkt jedoch unscheinbar, da die Blüten kaum die typische Lippenform erkennen lassen.

Standort und Verbreitung

Der Gewöhnliche Ufer-Wolfstrapp besiedelt feuchte bis nasse Standorte: Röhrichtgesellschaften, Sumpfbiotope, Bruchwälder sowie Ufer von Flüssen, Bächen und Teichen. Er bevorzugt nährstoffreiche, wechselfeuchte bis dauerhaft nasse Böden in Halbschatten bis Vollsonne. Die Art ist in ganz Europa weit verbreitet und kommt von den Tieflagen bis in mittlere Gebirgslagen vor. In Deutschland ist sie nahezu flächendeckend anzutreffen. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September, gelegentlich auch bis Oktober.

Besonderheiten

Der Ufer-Wolfstrapp wurde früher volksmedizinisch genutzt, unter anderem zur Behandlung von Schilddrüsenüberfunktion, da Inhaltsstoffe der Pflanze die Schilddrüsenfunktion hemmen können. Diese Wirkung ist wissenschaftlich belegt, weshalb die Pflanze auch in der modernen Phytotherapie Beachtung findet. Die Art gilt als nicht gefährdet. Es werden zwei Unterarten unterschieden, wobei der Gewöhnliche Ufer-Wolfstrapp die häufigere und weiter verbreitete Form darstellt. Verwechslungen sind möglich mit dem Europäischen Andorn oder anderen Lippenblütlern feuchter Standorte, jedoch ist die charakteristische Kombination aus fiederspaltigen Blättern und quirligen Blüten gut unterscheidbar.