Rundblättriges Wintergrün (Pyrola rotundifolia)
Name
Rundblättriges Wintergrün (Pyrola rotundifolia)
Familie
Pyrolaceae (Wintergrüngewächse)
Merkmale
Das Rundblättrige Wintergrün ist eine ausdauernde, immergrüne Staude, die Wuchshöhen von 15 bis 30 Zentimetern erreicht. Die namensgebenden Blätter sind rundlich bis breit-elliptisch, ledrig glänzend und dunkelgrün gefärbt. Sie wachsen in einer grundständigen Rosette und bleiben auch im Winter grün. Der aufrechte Blütenschaft trägt eine lockere, einseitswendige Traube aus weißen bis zartrosa Blüten, die einen charakteristisch langen, gebogenen Griffel aufweisen. Die Blüten duften leicht und sind nickend angeordnet.
Standort und Verbreitung
Die Art wächst bevorzugt in schattigen Laub- und Nadelwäldern, besonders in Buchen-, Eichen- und Kiefernwäldern. Sie gedeiht sowohl auf sauren als auch auf basenreichen Böden, sofern diese humos und mäßig feucht sind. Das Rundblättrige Wintergrün ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordamerikas verbreitet, in Mitteleuropa jedoch zerstreut und vielerorts selten. In Deutschland kommt es vor allem in Bergwäldern und kühleren Lagen vor. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August.
Besonderheiten
Das Rundblättrige Wintergrün geht eine Mykorrhiza-Symbiose mit bodenbewohnenden Pilzen ein, über die ein gegenseitiger Nährstoffaustausch stattfindet. Diese Abhängigkeit von spezifischen Pilzpartnern macht die Art empfindlich gegenüber Standortveränderungen und erklärt ihr seltenes Vorkommen. In Deutschland gilt Pyrola rotundifolia in mehreren Bundesländern als gefährdet und steht auf regionalen Roten Listen. Verwechslungen sind möglich mit anderen Wintergrün-Arten wie dem Kleinen Wintergrün oder dem Nickenden Wintergrün, die sich vor allem durch Blattform und Griffellänge unterscheiden. Eine Verwendung in der Volksmedizin ist historisch belegt, heute spielt die Art medizinisch keine Rolle mehr.