Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea)

Die Preiselbeere wächst auf sauren Böden

Name

Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea)

Familie

Heidekrautgewächse (Ericaceae)

Merkmale

Die Preiselbeere ist ein immergrüner, niederliegender Zwergstrauch, der meist nur 10 bis 30 cm hoch wird. Die kleinen, ledrigen Blätter sind oberseits dunkelgrün und glänzend, unterseits heller mit deutlich sichtbaren Drüsenpunkten. Die Blattränder sind leicht nach unten eingerollt. Die glockenförmigen Blüten erscheinen in hängenden Trauben und sind weiß bis zartrosa gefärbt. Die kugeligen Beeren reifen von grün über weiß zu einem leuchtenden Rot und sind etwa 6 bis 10 mm groß.

Standort und Verbreitung

Vaccinium vitis-idaea bevorzugt saure, nährstoffarme Böden in Mooren, Nadelwäldern und Heiden. Die Art ist in der borealen und gemäßigten Zone der Nordhalbkugel weit verbreitet, von Nordeuropa und Sibirien bis nach Nordamerika. In Deutschland kommt sie vor allem in den Mittelgebirgen und im Alpenvorland vor. Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli, eine zweite Blüte ist gelegentlich im Spätsommer möglich. Die Früchte reifen von August bis Oktober.

Besonderheiten

Die roten Beeren sind essbar und werden traditionell zu Marmeladen, Säften und Kompott verarbeitet. Sie sind reich an Vitamin C, Mineralstoffen sowie an Gerbstoffen und Fruchtsäuren, was ihnen einen leicht herben Geschmack verleiht. In der Naturheilkunde findet die Preiselbeere Anwendung bei Durchfall, Nierenerkrankungen und zur sogenannten Blutreinigung. Verwechslungen sind möglich mit der Moosbeere oder ähnlichen Vaccinium-Arten, jedoch unterscheidet sich die Preiselbeere durch ihre immergrünen, glänzenden Blätter mit den charakteristischen Drüsenpunkten auf der Unterseite. Die Art gilt in vielen Regionen als ungefährdet, ist jedoch auf intakte, saure Lebensräume angewiesen und reagiert empfindlich auf Stickstoffeintrag und Entwässerung von Mooren.