Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)

Euonymus europaeus wächst in lichten Wäldern oder im Hecken-Biotop

Name

Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)

Familie

Spindelbaumgewächse (Celastraceae)

Merkmale

Das Pfaffenhütchen ist ein sommergrüner Strauch oder kleiner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 6 Metern erreicht. Charakteristisch sind die grünen, vierkantigen Zweige, die auch im Winter gut erkennbar bleiben. Die gegenständigen Blätter sind elliptisch bis lanzettlich, fein gesägt und färben sich im Herbst leuchtend rot bis purpurfarben. Besonders auffällig sind die reifen Früchte: vierzipflige, karminrote Kapseln, aus denen orangefarbene, fleischige Samen hervortreten – eine unverwechselbare Erscheinung im Herbst.

Standort und Verbreitung

Das Pfaffenhütchen wächst bevorzugt in lichten Wäldern, an Waldrändern und in Hecken-Biotopen. Es bevorzugt nährstoffreiche, kalkhaltige und mäßig feuchte Böden. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Westasiens verbreitet und in Deutschland nahezu flächendeckend anzutreffen. Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juni, die markanten Früchte reifen von September bis Oktober und sind dann besonders gut sichtbar.

Besonderheiten

Das Pfaffenhütchen ist stark giftig. Alle Pflanzenteile, insbesondere die Samen, enthalten giftige Inhaltsstoffe. Zu den wichtigsten Giftstoffen gehören herzwirksame Steroidglykoside vom Cardenolid-Typ wie Evonosid, Evobiosid und Evomonosid sowie das Alkaloid Evonin. Vögel fressen die von einem orangefarbenen Samenmantel umgebenen Samen und tragen dadurch zur Verbreitung der Pflanze bei. In der Volksmedizin wurde die Pflanze früher vereinzelt genutzt, was heute aufgrund ihrer Giftigkeit nicht mehr empfohlen wird. Verwechslungen sind mit dem Breitblättrigen Spindelstrauch möglich, der ähnliche Standorte besiedelt, jedoch breitere Blätter aufweist.