Kleines Immergrün (Vinca minor)
Name
Kleines Immergrün (Vinca minor)
Familie
Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Merkmale
Das Kleine Immergrün ist eine immergrüne, krautige Pflanze mit niederliegenden, wurzelnden Trieben, die dichte Bodenteppiche bildet. Die ledrigen, glänzend dunkelgrünen Blätter sind elliptisch bis lanzettlich geformt und bleiben ganzjährig am Stängel. Die charakteristischen Blüten sind fünfzählig, radförmig und erscheinen in einem auffälligen Blauviolett, seltener auch weiß oder rosa. Der Wuchs ist kriechend bis halbaufrecht, die Pflanze erreicht selten mehr als 20 Zentimeter Höhe.
Standort und Verbreitung
Vinca minor bevorzugt schattige bis halbschattige Laub- und Mischwälder mit nährstoffreichen Ton- oder Lehmböden. Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet, von Westeuropa bis in den Kaukasus, und kommt häufig in Auwäldern, Gebüschen und Parks vor. In Deutschland ist sie weit verbreitet und oft auch als Zierpflanze in Gärten anzutreffen, von wo aus sie gelegentlich verwildert. Die Blütezeit erstreckt sich hauptsächlich von März bis Mai, vereinzelt sind auch Nachblüten im Herbst möglich.
Besonderheiten
Das Kleine Immergrün ist giftig und enthält verschiedene Alkaloide, darunter Vincamin, das pharmakologisch unter anderem gefäßerweiternde Eigenschaften besitzt. Vincamin wurde früher zur Behandlung von Durchblutungsstörungen eingesetzt. Aus Vincamin wird synthetisch das Arzneimittel Vinpocetin hergestellt. Die Vermehrung erfolgt überwiegend vegetativ durch niederliegende Triebe, die an den Knoten Wurzeln bilden. Verwechslungen sind möglich mit dem Großen Immergrün, das sich durch größere Blätter und Blüten sowie aufrechte Blütentriebe unterscheidet.