Wasserdost, Kunigundenkraut (Eupatorium cannabinum)

Eupatorium cannabinum blüht in feuchten Wäldern, an Gräben oder im Uferbereich

Name

Wasserdost, Kunigundenkraut (Eupatorium cannabinum)

Familie

Korbblütler (Asteraceae)

Merkmale

Der Wasserdost ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 150 Zentimetern erreicht. Die gegenständigen Blätter sind drei- bis fünfteilig gefiedert und erinnern in ihrer Form an Hanfblätter, worauf auch das Artepitheton cannabinum hinweist. Die zahlreichen kleinen Blütenkörbchen sind zu dichten, flachen Schirmrispen zusammengefasst und erscheinen in einem zarten Rosa bis Rotviolett. Die Stängel sind oft rötlich überlaufen und leicht behaart.

Standort und Verbreitung

Eupatorium cannabinum wächst bevorzugt an feuchten bis nassen Standorten: an Ufern von Bächen und Flüssen, in Erlenbrüchen, feuchten Wäldern, an Gräben und in Röhrichten. Die Art ist in weiten Teilen Europas sowie in Teilen Asiens und Nordafrikas verbreitet und in Mitteleuropa häufig anzutreffen. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September. In dieser Zeit ist die Pflanze ein wichtiger Nektar- und Pollenlieferant und zieht zahlreiche Insekten an, darunter besonders Schwebfliegen und Schmetterlinge.

Besonderheiten

In der Naturheilkunde hat der Wasserdost eine lange Tradition. Verwendet werden vor allem die oberirdischen Pflanzenteile, die bei Fieber, Grippe und Erkrankungen der Atemwege eingesetzt werden. Inhaltsstoffe wie Sesquiterpenlactone und ätherische Öle gelten als immunstimulierend und schweißtreibend. Der volkstümliche Name Kunigundenkraut geht auf die heilige Kunigunde zurück, der die Pflanze im Mittelalter zugeeignet wurde. Achtung: In größeren Mengen oder bei Daueranwendung kann die Pflanze aufgrund ihres Gehalts an Pyrrolizidinalkaloiden leberschädigend wirken und sollte daher nur unter fachkundiger Anleitung verwendet werden. Verwechslungen sind gelegentlich mit dem Hanf-Wasserdost oder ähnlichen Doldenblütlern möglich, die jedoch andere Standortansprüche aufweisen.