Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)

Das Wald-Veilchen wächst in humosen Laub- oder Nadelwäldern

Name

Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana)

Familie

Veilchengewächse (Violaceae)

Merkmale

Das Wald-Veilchen erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 25 cm und wächst aufrecht bis leicht niederliegend. Die Blüten sind hellviolett bis blauviolett gefärbt. Der Sporn ist hellviolett, abgerundet und ungefurcht und stellt zusammen mit weiteren Merkmalen ein wichtiges Bestimmungsmerkmal dar. Die Blätter sind herzförmig bis nierenförmig und wechselständig angeordnet. Die Nebenblätter sind schmal und lang gefranst. Im Vergleich zum ähnlichen Hain-Veilchen wirken Blüten und Blätter etwas schmaler und zierlicher.

Standort und Verbreitung

Das Wald-Veilchen bevorzugt humose, mäßig feuchte Böden in Laub- und Nadelwäldern, häufig in Buchenwäldern oder an schattigen Waldrändern. Es bildet oft ausgedehnte Bestände und gilt als typische Waldbodenart. Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet, von den Britischen Inseln bis nach Westasien, und kommt in Deutschland flächendeckend vor. Als klassischer Frühblüher erscheinen die Blüten von März bis Mai, gelegentlich finden sich auch noch im Sommer blühende Exemplare. Die Früchte reifen von Juni bis August.

Besonderheiten

Das Wald-Veilchen verfügt über einen bemerkenswerten Samenverbreitungsmechanismus: Nach der Fruchtreife trocknen die Kapseln ein und schleudern die Samen durch Austrocknung aktiv aus (Austrocknungsstreuer). Die ausgeschleuderten Samen tragen ein fettreiches Anhängsel, das sogenannte Elaiosom, das Ameisen als Nahrung dient. Die Ameisen tragen die Samen in ihre Nester und verbreiten die Pflanze so effektiv über weitere Strecken – ein Prozess, der als Myrmekochorie bezeichnet wird. Diese Doppelstrategie aus Schleuder- und Ameisenverbreitung macht das Wald-Veilchen besonders erfolgreich bei der Ausbreitung. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem Hain-Veilchen, das jedoch einen helleren, gegabelten Sporn aufweist.