Schwarze Teufelskralle, Schwarze Rapunzel (Phyteuma nigrum)
Name
Schwarze Teufelskralle, Schwarze Rapunzel (Phyteuma nigrum)
Familie
Campanulaceae (Glockenblumengewächse)
Merkmale
Die Schwarze Teufelskralle ist eine ausdauernde Staude, die Wuchshöhen von 30 bis 60 Zentimetern erreicht. Charakteristisch sind die dichten, ährenförmigen Blütenstände, die aus zahlreichen zunächst hakenförmig gekrümmten, später aufrechten Einzelblüten bestehen. Die Blüten sind tief schwarzviolett bis blauschwarz gefärbt, was der Art ihren markanten Namen verleiht. Die Grundblätter sind herzförmig bis lanzettlich, gesägt und gestielt, die Stängelblätter werden nach oben hin schmaler und kürzer.
Standort und Verbreitung
Phyteuma nigrum besiedelt nährstoffreiche, kalkarme und meist frische bis feuchte Böden. Typische Standorte sind lichte Laubwälder, Waldränder, Wegränder und Hochstaudenfluren. Die Art bevorzugt die höheren Lagen der Mittelgebirge und ist in Mitteleuropa verbreitet, mit Schwerpunkten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und angrenzenden Regionen. Im Tiefland ist sie deutlich seltener. Das abgebildete Exemplar wurde im Mai 2011 im Süntel (Weserbergland) gefunden. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli.
Besonderheiten
Die Schwarze Teufelskralle kann leicht mit der Ährigen Teufelskralle verwechselt werden, die jedoch hellere, blauviolette Blüten aufweist und häufig auf trockeneren, kalkreicheren Standorten vorkommt. Phyteuma nigrum gilt in einigen deutschen Bundesländern als gefährdet und steht auf regionalen Roten Listen. Die Pflanze ist nicht giftig und wurde historisch gelegentlich als Wildgemüse genutzt, ähnlich wie verwandte Rapunzel-Arten. Der volkstümliche Name Rapunzel verweist auf die essbaren Wurzeln, die früher gesammelt wurden. Als Zeigerpflanze für bodensaure, nährstoffreiche Standorte hat sie auch naturschutzfachliche Bedeutung.