Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara)

Solanum dulcamara ist eine verholzende Kletterpflanze

Name

Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara)

Familie

Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Merkmale

Der Bittersüße Nachtschatten ist eine verholzende Kletterpflanze, die lange, windende Triebe von bis zu vier Metern Länge ausbilden kann. Die Blätter sind herzförmig bis pfeilförmig, oft mit seitlichen Öhrchen an der Basis. Die charakteristischen Blüten sind violett mit zurückgeschlagenen Kronblättern und auffällig gelben, kegelförmig zusammengeschlossenen Staubbeuteln – typisch für die Gattung Solanum. Die Früchte sind eiförmige Beeren, die zunächst grün sind, sich dann gelb und schließlich leuchtend rot färben. Unreife und reife Beeren können gleichzeitig an der Pflanze hängen, was sehr dekorativ wirkt, aber auch zur Verwechslungsgefahr beiträgt.

Standort und Verbreitung

Solanum dulcamara wächst bevorzugt an feuchten bis nassen Standorten: auf Feuchtwiesen, in Hecken-Biotopen, an Gräben und im Uferbereich von Gewässern. Die Art ist in ganz Europa weit verbreitet und kommt auch in Teilen Asiens und Nordafrikas vor. In Deutschland ist sie häufig anzutreffen und gilt als ungefährdet. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis September, wobei die reifen roten Früchte vor allem von August bis Oktober zu sehen sind.

Besonderheiten

Alle Teile der Pflanze sind giftig, besonders die unreifen grünen Beeren. Der enthaltene Wirkstoff Solanin kann bei Verzehr Übelkeit, Erbrechen und in schweren Fällen Kreislaufprobleme verursachen. Trotz der Giftigkeit wurde die Pflanze bereits im 16. Jahrhundert medizinisch genutzt – als Blutreinigungsmittel sowie bei Ekzemen und Asthma. Heute findet Solanum dulcamara noch Anwendung in der Homöopathie. Verwechslungsgefahr besteht vor allem bei Kindern mit dem Schwarzen Nachtschatten, dessen Beeren ebenfalls giftig sind. Vögel hingegen sind gegen die Giftstoffe weitgehend unempfindlich und fressen die Beeren, wodurch sie zur Verbreitung der Samen beitragen.