Mauerlattich (Mycelis muralis)
Name
Mauerlattich (Mycelis muralis)
Familie
Korbblütler (Asteraceae)
Merkmale
Der Mauerlattich ist eine schlanke, aufrecht wachsende Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 120 cm erreichen kann. Der hohle Stängel ist oft rötlich überlaufen und enthält wie alle Teile der Pflanze einen weißen Milchsaft. Die Grundblätter sind leierförmig fiederspaltig mit einem großen, dreieckigen Endlappen, während die oberen Stängelblätter kleiner werden und mit pfeilförmigem Grund den Stängel umfassen. Die kleinen, hellgelben Körbchen bestehen aus nur fünf Zungenblüten und sind in einer lockeren Rispe angeordnet. Die Früchte sind schwarze Achänen mit weißem Pappus, der zur Windverbreitung dient.
Standort und Verbreitung
Der Mauerlattich wächst bevorzugt in schattigen bis halbschattigen Lagen: in Laubwäldern, auf Geröllflächen, an Wegrändern, auf Lichtungen sowie an Mauern und Felsen, was ihm auch seinen deutschen Namen eingebracht hat. Er bevorzugt nährstoffreiche, oft kalkhaltige und mäßig feuchte Böden. Die Art ist in weiten Teilen Europas und Westasiens verbreitet und in Deutschland häufig anzutreffen. Die Blütezeit reicht von Juli bis August, die Früchte reifen von August bis Oktober. Das abgebildete Exemplar wurde im Juli 2014 im Hohen Holz bei Wunstorf beobachtet.
Besonderheiten
Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, vor allem durch Hautflügler und Zweiflügler. Der Mauerlattich gilt als Zeigerpflanze für stickstoffreiche, schattige Standorte und ist ein typischer Begleiter von Buchenwäldern. Der enthaltene Milchsaft war in der Volksmedizin gelegentlich als mild beruhigendes Mittel bekannt, spielt heute jedoch keine medizinische Rolle mehr. Verwechslungen sind mit dem Gemeinen Lattich und anderen Gattungen der Korbblütler möglich, doch die charakteristisch kleinen, fünfblütigen Körbchen und die dreieckigen Blattlappen machen den Mauerlattich bei näherer Betrachtung gut erkennbar.