Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides)
Name
Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides)
Familie
Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Merkmale
Das Gelbe Windröschen ist eine ausdauernde Frühjahrspflanze, die aus einem kriechenden, waagerechten Rhizom austreibt. Die leuchtend gelben Blüten bestehen aus fünf bis sieben eiförmigen Blütenblättern und erscheinen einzeln oder zu zweit bis dritt auf einem aufrechten Stängel. Die Laubblätter sind tief dreiteilig gelappt und erinnern in ihrer Form an Hahnenfußblätter, was den Artepitheton ranunculoides erklärt. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 25 Zentimetern.
Standort und Verbreitung
Das Gelbe Windröschen besiedelt basenreiche, feuchte Laub- und Bruchwälder, bevorzugt auf nährstoffreichen, humosen Böden. Es gilt als charakteristische Art der Frühjahrsgeophyten-Gesellschaften und ist in weiten Teilen Europas verbreitet, von Westeuropa bis in den Kaukasus. In Deutschland kommt es zerstreut bis häufig vor, fehlt jedoch in manchen Regionen. Die Blütezeit reicht von März bis April, wobei die Pflanze die lichtreichen Verhältnisse vor dem Laubaustrieb der Bäume nutzt.
Besonderheiten
Besonders bemerkenswert ist die Verbreitungsstrategie des Gelben Windröschens: Die Früchte tragen ein fettreiches Anhängsel, das sogenannte Elaiosom, das Ameisen als Nahrungsquelle anlockt. Die Ameisen schleppen die Samen in ihre Bauten und tragen so zur Ausbreitung der Pflanze bei – ein Vorgang, der als Myrmekochorie bezeichnet wird. Wie alle Anemonarten enthält auch das Gelbe Windröschen Protoanemonin, einen giftigen Inhaltsstoff, der bei Hautkontakt Reizungen verursachen und bei Verzehr zu Vergiftungserscheinungen führen kann. Verwechslungsgefahr besteht mit dem Buschwindröschen, das jedoch weiße Blüten trägt.