Großes Schöllkraut (Chelidonium majus)

Das Große Schöllkraut findet man auf nährstoffreichen Böden

Name

Großes Schöllkraut (Chelidonium majus)

Familie

Mohngewächse (Papaveraceae)

Merkmale

Das Große Schöllkraut ist eine ausdauernde Staude, die Wuchshöhen von 30 bis 70 Zentimetern erreicht. Die Stängel sind aufrecht, leicht behaart und verzweigt. Charakteristisch sind die fiederteiligen, blaugrün gefärbten Blätter mit abgerundeten Lappen. Die leuchtend gelben, vierzähligen Blüten erscheinen in kleinen Dolden. Besonders auffällig ist der orangegelbe Milchsaft, der beim Anbrechen von Stängel oder Blättern austritt und einen unangenehmen Geruch verströmt.

Standort und Verbreitung

Das Große Schöllkraut bevorzugt nährstoffreiche, stickstoffreiche Böden und wächst in lichten Wäldern, an Wegrändern, Mauern, Zäunen und in Hecken-Biotopen. Es gilt als Stickstoffzeiger und siedelt sich häufig in der Nähe menschlicher Siedlungen an. Die Art ist in ganz Europa sowie in weiten Teilen Asiens verbreitet und in Nordamerika eingebürgert. Die Blütezeit erstreckt sich von April bis Oktober, womit das Schöllkraut zu den ausdauernd blühenden Wildpflanzen zählt.

Besonderheiten

Die Samen des Großen Schöllkrauts tragen ein fettreiches Anhängsel, das sogenannte Elaiosom, das Ameisen als Nahrungsquelle dient. Die Ameisen verschleppen die Samen dabei weiträumig – ein als Myrmekochorie bezeichneter Ausbreitungsmechanismus. In der Naturheilkunde wird die Pflanze traditionell bei Magen-Darm-Beschwerden und zur Regulierung der Gallenproduktion eingesetzt. Zu beachten ist jedoch, dass alle Pflanzenteile giftig sind: Der Milchsaft enthält Alkaloide wie Chelidonin und Sanguinarin, die bei unsachgemäßer Anwendung zu Vergiftungserscheinungen führen können. Innerlich sollte das Schöllkraut daher nur unter fachkundiger Aufsicht verwendet werden. Eine Verwechslung mit dem Scharbockskraut ist im Frühjahr möglich, wenn noch keine Blüten vorhanden sind.